Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336824
238 
Achtzehnte Lection. 
IIebermalung. 
und Casseler Erde, besondersder Umbra-Erde und des Asphalt. 
Es giebtuauch noch andere braune Farben, unter dem Namen 
der natürlichen Ocker, die sehr nachschwärzen.  
Weil alle schwarzen Farben stark färben, so muss man sehr 
wenig davon nehmen, wenn man sie zum Grau der Wäsche, der 
Luft, der Gründe etc. mischt, daher man alle diese grauen Far- 
ben viel heller halten muss, als es sein sollte. Eben so verhält 
es sich mit den hellen Parthieen der schwarzen Stoffe. Hätten 
die Maler diese Beobachtung angestellt, so würden wir nicht so 
viele Meisterstücke sehen, deren ganze Draperie weiter nichts ist, 
als eine grosse, fast "überall gleich schwarze Masse. 
 Viele Menschen glauben, dass z. B. der Hintergrund eines 
Portraits der gleichgültigste Theil in einem Gemälde sei, und 
dass gar nichts darauf ankomme, 0b er mehr oder weniger hell 
oder dunkel sei, oder sonst eine beliebige einförmige Farbe habe, 
wenn nur die Leinwand damit bedeckt ist. Dies ist ein grosser 
Irrthum; ein Hintergrund hebt den Kopf hervor, ein anderer zer- 
stört ihn ganz und gar K). Man berechne also sorgfältig die 
Kraft oder Leichtigkeit, die der Hintergrund haben muss, um 
einen Kopf oder eine ganze Figur recht hervorzuheben, sowohl 
in Bezug auf die Art des Teints der Person, ihrer Haarfarbe und 
ihrer Bekleidung, als auch in Bezug auf die verschiedenen Schat- 
ten- oder Lichtmassen, welche die Wirkung des Helldunkels, das 
man gewählt hat, charakterisiren. Dies ist noch nicht Alles; man 
muss darauf sehen, welchen Hauptton der Grund haben und 
Welche Abwechselung der Töne mandarin anbringen muss, um 
ihn zurückweichend zu machen und ihm eine langweilige Ein- 
tönigkeitz) zu benehmen; man sehe noch darauf, ob nicht einige 
mehr oder weniger starke und willkürliche Schatten im Hinter- 
1) Man sehe, was ich schon S. 210 u. f. über die Hintergründe in der sieb- 
zehnten Lection gesagt habe. 
2) Man bezeichnet mit zurückweichen, wenn dieser oder jener Gegen- 
stand hinter einem anderen mehr oder weniger entfernt erscheinen soll. Man 
sagt, ein znrückweichender oder gut verschwindender Ton etc., das heisst, ein 
Ton, welcher den Raum andeutet, der zwischen den dem Zuschauer nächsten 
Gegenständen und denen sich beündet, die von ihm_ mehr oder weniger ent- 
fernt sind. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.