Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336817
Haarendigxmgen. 
Ilintergründe. 
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dieses Blau verlieren sollten. Dessenungeachtet kann man einige 
kleine Parthieen von reinem Blau in einem Grunde sehen lassen, 
wenn man die Vorsicht braucht, "sie vom Kopfe entfernt zu hal- 
ten; der übrige Theil des Grundes bestehe aber aus mehr oder 
weniger verschwiniinenden Wolken von wechselnder Färbung, die 
durch ihren harmonischen Contrast oft dazu beitragen, den Kopf 
zur Geltung zu bringen. Bald kann es ein stürmischer Himmel sein, 
der schwere und warme Farben "mit sich bringt, bald kann es 
ein sanft grauer Himmel sein, auf welchem man nichts als eine 
weite ausgebreitete Luft sieht, ohne dass eine" Form von Wolken 
sich deutlich Aherausstellte. Diese letzteren sind die angenehmsten 
für das Auge, allein sie bringen nicht den auffallenden Effect 
hervor, als die Himmel, Welche sehr abwechselnd und reich an 
Tönen sind; es gehört aber Geschicklichkeit und eine grosse 
Kenntniss der Wirkungen und ihrer Contraste dazu, um sie den 
verschiedenen Arten des Colorits und der Bekleidung anzupassen, 
Wo sie eine gute Wirkung thun sollen. Fline blasse Carnation, 
schwarze Kleider und einige Parthieen weisser Wäsche bedürfen 
gemeiniglich einen an Farben reichen Grund, wenn sie nicht zu 
eintönig sein sollen, ein Gemälde dagegen, in welchem mehrere 
lebhafte und glänzende Farben sind, erfordert im Allgemeinen 
eine stille und ruhige Grundfarbe, damit das Auge ausruhen kann. 
Helle und zarte Farben der Kleider, sowie blondes Haar, 
erfordern einen ziemlich dunklen Grund, um sie hervorzuheben. 
Alleiniman vermeide die Gründe, die dergestalt braun und dunkel 
sind, dass die dunkelbraunsten Haare, und selbst die schwarze- 
Sten Kleider, sich in denselben verlieren. Man sieht diese Wirkung 
öfters bei alten Meistern, allein ich vermuthe, dass in diesem 
Falle die Farbe ihrer Gründe in's Schwarze nachgedunkelt ist,- 
wie dieses sich oft ereignet hat. 
Alle sehr braunen oder schwarzen Farben werden mit der Zeit 
noch dunkler und das Casseler Braun mehr als die anderen. Ich 
vermuthe also, dass diese Gründe und viele andere Parthieen, 
welche so schwarz geworden, nicht so gemalt gewesen sind, wie 
Wir sie gegenwärtig sehen, sondern dass die Maler sich des 
Schwarz und Braun, die allezeit nachdunkeln, zu sehr bedient 
haben! Z. B. des Bein- oder Elfenbeinsolnvarz, der Kölnischen
        

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