Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336795
Local- 
und Lichjfarb en. 
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können. Dies ist es, was ich habe lehren wollen, ich habe gleich- 
sam die ersten Schwierigkeiten zu beseitigen gesucht. In der 
Folge kommt es auf die Feinheit seiner Organe und den Grad 
der Empfänglichkeit an, welche entscheiden müssen, 0h er ein 
guter Colorist werden kann. Das Studium entwickelt dieGaben 
der Natur, aber es ersetzt sie nicht. 
Ich empfehle dem Schüler, selbst wenn er sicher genug ist, 
eine gewisse Anzahl von Tönen immer ganz fertig auf der Palette 
zu haben, besonders die Local- und Lichtfarben. Diese ursprüng- 
lichen Töne werden für ihn ein Massstab sein, der ihn leiten, 
aber auch verhindern wird, dass er sich nicht von dem allgemeinen 
Ton der F leischfarbe entferne. Ein erfahrener Künstler gewinnt 
mehr als einen Vortheil, wenn "er nur eine kleine Anzahl Töne 
oder Reihen macht; denn er braucht weniger Zeit zum Aufsetzen 
seiner Palette, und "die Masse von jedem Haufen Farbe wird da- 
durch viel grösser, wodurch sich die Farben langer frisch erhalten. 
Aber dies sind nur Nebenvortheile im "Vergleich mit einem guten 
Studium. Ein Anfänger darf nicht den Ehrgeiz besitzen, schon 
laufen zu wollen, ehe er gehen kann, und er kann nichts Besseres 
thun, als im Anfang viele Töne zu machen: das Uebrige kommt 
mit der Zeit und durch Arbeiten von selbst-  
Was die verschiedenen Töne betrilft, die man für manche 
einzelne Haarparthieen nöthig hat, die unmittelbar auf dem Flei- 
sche liegen, und deren Endigungen man einige Linien weit von 
allen. Seiten eingreifend malen soll, so verweiSe ißll den Leser 
auf das, was ich davon schon anclerwärts 1) gesagt habe. 'Die 
Töne, welche man für diese Gegenstände mischt, werden gemeinig- 
lich mit eben denselben reinen Farben gemacht, die bereits für die 
Üntermalungen angegeben sind, es kommt gar kein Ultramarin 
hinzu, ausgenommen bei blauen Draperieen, wenn die Draperie, 
welche man malt, ein schönes Azurblau und imhellsten Lichte ist, 
oder bisweilen auch in Parthieen des Himmels, wenn derselbe 
Zum Hintergrunde dienen soll. 
1) "Siehe die Seiten 178, 206 und 231, wo angerathen wird, mit der Fleisch- 
farbe zegleich einen Theil aller der Gegenstände zu malen, die mit derselben 
111 unmxttelbarer Berührung stehen.
        

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