Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336619
Abschaben. 
der LYntermalung. 
Walschen 
217 
wenn man 
würde sich 
wollte , so 
das Uebel 
Erhöhüngerl der Farbe übermalerl 
die neue Farbe hier anhäufen und 
diese 
immer 
vermehren. 
Haben sich Unreinlichkeiten auf die Farbe gesetzt, so nimmt 
man sie mit dem Messer ab mit aller Aufmerksamkeit und Be- 
"hutsamkeit. Es ist sehr wichtig, dass auf der Untermalung gar 
keine Unsauberkeit und fremde Körper zurückbleiben, denn sie 
würden als sehr starke Erhöhungen sichtbar sein, wenn das Ge- 
mälde beendigt und mit Firniss überzogen ist. Nach diesen Ar- 
beiten nehme man einen grossen weichen Schwamm, in welchem 
keine harten Körper sich befinden, und wasche mit vielem Wasser 
die Untermalung, immer hin und her. Kann man das Gemälde 
unter einen Wasserhahn stellen, so ist es "noch besser, jedoch 
halte man den Rahmen ein wenig schief, damit das Wasser frei 
ablaufen kann, und die Rückseite des Gemäldes nicht nass wird. 
J e _mehr man das Gemälde mit dem nassen Schwamm abgewaschen 
hat, desto leichter lasst sich wieder darüber malen, die Farbe 
haftet leicht darauf , und man erfahrt nicht die Unannehmlichkeit, 
dass sie unter dem Pinsel wegrutscht, indem sie auf der Leinwand 
weggleitet, ohne darauf zu fassen; wie dies geschieht, wenn man 
sie nicht wascht, um ihr die Fettigkeit zu nehmen" l). Man be- 
diene sicli blos reinen, frischen, fliessenden Wassers, das auf der 
Leinwand keinen Satz zuriicklasst, und wenn man dergleichen 
nicht hat, so muss es iiltrirt werden. Wenn man das Gemälde 
acht oder zehn Minuten lang gut mit dem Schwamm gereinigt, 
S0 nehme man das überflüssige" Wasser mit eben diesem Schwamm, 
nachdem man ihn vorher gut ausgedrückt hat, ab. Man bediene 
Sich keiner Leinwand, um damit das Gemälde vollständig abzu- 
trocknen, denn es bleibt eine Menge feiner unmerkbarer Fasern 
zurück, die bei dem Auftrag der Farbe hinderlich sein und diese 
verändern würden. Man setze hierauf das Gemälde an die freie 
1) Obgleich das Wasser überall haften sollte, ohne sich stellenweise ab- 
Zusondern", wenn man ein ganz trocknes Gemälde wäscht, so muss ich doch 
bemerken, dass da, wo fettes Oel gewesen ist, das Wasser nicht haftet; allein 
überall muss sich das Wasser Ohne Mühe verbreiten und die Wirkung eines 
sehönen Firuisses so lange hervorbringen, als es nicht verdunstet ist, sonst ist 
dle Farbe noch nicht trocken genug.  
        

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