Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336600
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Siebzehnte Leution. 
Untermalung. 
Die 
allein das Ultramarin, das nicht so dunkel ist, trocknet, rein 
"gebraucht, schwer; dennoch, wenn man ein schön azurblaues 
Gewand lasiren will, muss man es rein gebrauchen, denn sobald 
man Trockenfirniss zusetzt, so wird es grünlich und verliert seine 
Schönheit. Dies geschieht auch mit allen übrigen Farben und 
besonders mit denen, die mit Weiss oder Neapelgelb vermischt 
sind; Allein die beiden letzteren sind von trocknender Eigenschaft 
und ausreichend, bei jeder Farbe das Trocknen zu befördern, 
ohne durch Zusatz von Firniss die Töne zu bräunen.  
Wie 
1113.11 
eine hinlänglich trockne Untermalung 
schabt, ehe man darüber malt. 
Wenn man sich überzeugt hat, dass die Untermalung trocken 
genug ist, um wieder darauf malen zu können, so nehme man 
eine sehr dünne Messerklinge, die "überall gleich schneidend, scharf 
und am Ende gerundet ist, wie die englischen Tafelmesser, und 
beschabe damit ganz leicht und geschickt die dicken Stellen und 
Erhabenheiten der Farbe. Um dies besser zu sehen und blos 
die rechten Stellen beim Schaben zu treffen, stellt man sich gegen 
das Licht und hält das Gemälde so, dass die Lichtstrahlen blos 
auf die vorstehenden Stellen der Farbe fallen, und über alle 
übrigen Theile des Gemäldes blos hinweggleiten und verschwin- 
den; mit einem Wort, man muss sich so stellen, als wollte man 
die Wirkung dieser Erhöhungen recht in Augenschein nehmen. 
Der "Künstler setzt sich gerade dem Fenster gegenüber, halt das 
Gemälde vor sich und neigt es bis auf den richtigen Punkt, 
von wo aus man allmalig alle Unebenheiten und zu sichtbare 
Erhabenheiten der Farbe entdeckt; alsdann beschabt man sie mit 
Hülfe des erwähnten Messers und nimmt sich dabei wohl in" Acht, 
nicht zu viel zu thun, indem man das Gemälde fortwährend so 
hält, wie ich gesagt habe. Man hält die Messerklinge fast wage- 
recht, d. h. sehr wenig geneigt, damit man nicht Gefahr lauft, zu 
viel Farbe abzuschaben.   
Diese Arbeit dauert nicht lange, ist aber nothwendig; denn 
wenn man die erste Untermalung wieder vornimmt, 
erfahrener und weniger zaghaft ist. 
um sie zu beendigen, man
        

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