Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336578
Untermalung der Beiwerke. 
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berücksichtigt ist, damit man bei der Uebermalung freie Hand 
behält, und durch die kleinlichen Details, die etwa bei der Unter- 
malung missrathen sind  nicht gebunden ist, so dass man bei 
der Untermalung noch alle Freiheit hat, sie zu berichtigen, in- 
dem man sie zuvor mit weisser Kreide andeutet, ehe man sie. 
übermalt.   
Wenn die kleinen Stücke der Nebensachen oder des Hinter- 
grundes, die man mit dem Kopfe zugleich angelegt hat, schon 
zu sehr angezogen haben oder zu trocken geworden sein sollten, 
so dass diese Farbe sich nicht mit der darauf folgenden verbinden 
oder ganz bedecken kann, so ist dieses kein grosses Uebel, und 
kommt bei diesen Gegenständen, besonders für die Untermalung, 
nicht so sehr in Betracht, wenn man nur gleich Anfangs die Vor- 
sicht gebraucht hat, die Farbenmasse an den ausseren Rändern, 
welche man mit einander "vereinigen will, unmerklich dünner auf- 
zutragen. Eben so verfahre man beim Uebergehen dieser Ränder 
und setze die Farbe ziemlich dünn auf alle Parthieen, wo schon 
Farbe ist, damit diese zwei Lagen über einander nicht dicker und 
hervorspringender an Farbe werden, als die übrige Farbe der 
nämlichen Parthieen. Uebrigens ist es nicht nothwendig, Alles 
wieder zu decken, was man schon untermalt hat; im Gegentheil 
muss man sehr vermeiden, sich dem Rande, welcher das Fleisch 
berührt, zu sehr zu nähern, um nicht in den Fehler der Härte 
zu fallen,_ den man dadurch vermeiden wollte, indem man die 
Ränder der Gegenstände, die das Fleisch unmittelbar berühren, 
in einander fliessend machte. 
Man trage seine Farben gleich und neben auf, ohne harte 
und ungleiche Erhabenheiten, die man Krusten nennt, jedoch 
Ohne gar zu grosse Aengstlichkeit und Gewissenhaftigkeit, die 
unser Feuer erkalten lassen und verhindern könnte, geschwind 
und breit zu arbeiten. Wenn übrigens bei der Untermalung 
einige Erhabenheiten zu sehr hervorspringen sollten, so kann 
man seine Zuflucht zum Abschaben nehmen, wie ich bald zeigen 
werde.  
Malerei, in welchen man Jede Kleinigkelt 
angeben muss. 
vom Anfang 
der Arbeit 
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sogleich
        

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