Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336459
der 
Verschmelzung 
Töuu 
Dachspinscl. 
201 
seine Uebermalung zu nlachen, so bleiben uns dennoch sehr 
viele Hülfsmittel, mit welchen wir schlimmsten Fells alle Unvoll- 
kommenheiten verbessern können. 
Gebrauch 
der 
Iltis- 
und 
Dachspinsel. 
der 
Wenn alle Töne gehörig mit einem verbunden und vereinigt 
sind, so darf man keinen [lebergang von dem einen zum anderen 
gewahr werden. Dies ist der Moment, wo es erlaubt ist, mit 
dem Dachspinsel 1) sehr leicht über die Parthieen wegzugehen, 
auf welchen man kleine Furchen bemerkt, welche die Pinselhaare 
in der Farbe zurücklassen. Wenn die Parthieen klein sind, so 
nimmt man Haarpinsel dazu, auf breiten Parthieen dagegen ar- 
beitet man mit Dachspinseln von verschiedener Grösse. Man 
darf aber bei dieser Arbeit die Oberfläche der Farbe nur sehr 
leicht berühren, so dass man keine Spur von Farbe an dem 
Dachspinsel bemerken darf, der dazu gebraucht worden; sonst 
verfällt man wieder in den nämlichen Fehler, den ich oben er- 
wähnt, dass man alle Töne schmutzig macht. Man mus-s den 
Iltis- oder Dachspinsel nach der Lage der Muskeln und Formen 
fuhren, die man damit übergeht, und auch nicht zu viel gebrau- 
chen, sondern karg damit sein; fünf bis sechs Mal hin und her 
mit dem Dachspinsel ist hinreichend. Es giebt sogar viele Künst- 
ler (und diese sind gemeiniglich die geschicktesten), welche den- 
selben gar nicht gebrauchen, und dies verdanken sie der Ge- 
schicklichkeit ihrer Pinselführung. Eben dies muss der Anfanger 
zu erlangen suchen, unterdessen aber ist ein beschränkter Ge- 
brauch des Dachspinsels wohl erlaubt in der Carnation, mehr in 
den Gewändern, und noch mehr in den Lüften und Hintergründen. 
Was man mit dem Dachspinsel zu machen hat, ist in wenigen 
Minuten beendigt; denn je weniger man ihn braucht, desto 
besser ist es. 
1) Man sehe die vierundzwanzigste Lection über die Iltis- und Dachs- 
Pilliel, auch die fünfte und sechste Kupfertafel. Der Iltis- und Dachspinsel 
wird niemals in die Farbe und noch weniger in Oel getaucht, sondern man 
braucht ihn trocken. 
        

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