Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336393
für 
Beispiel 
Töne. 
Abstufung der 
die 
195 
zwei oder drei verschiedene Grade von Rosafarbe zusammen, bis 
man das lebhafteste Incarnat erreicht, das ineder Natur sich zeigt.  
Von da ab fangt man an, die Rosafarbe abzustufen und allmalig 
weniger lebhaft zu machen, indem man ein wenig von einem 
Lila-Ton oder hellem Violett hinzusetzt, hierauf noch etwas 
mehr, und so fort, bis man sich dem Backenknochen oder der 
zurückweichenden Fläche der Wange nähert, wo sich das schöne 
Rosa verliert und nach unmerklichen Abstufungen anfängt, sich 
mit den grau-violetten, bläulichen, grünlichen oder röthlichen 
Halbtönen zu verschmelzen, und zwar in den blos zurückweichen- 
den Parthieen, die noch nicht Schatten sind; sollte es aber die 
Schattenseite sein, an welcher man eben arbeitet, so lasst man 
den Ton sich in die eigentliche Schattenmasse verlieren. So 
nennt man diejenige Parthie, in welcher fast gar keine Lebhaftig- 
keit der Farbe mehr sichtbar ist, nicht allein weil das Incarnat 
der Wangen daselbst gemeiniglich schon aufhört und abstirbt, 
sondern auch deswegen, weil alle Parthieen, auf welche kein 
Tageslicht fallt, die geringe Helligkeit, welche uns dieselben in 
dem Schatten sichtbar macht, blos von dem Widerschein erborgen, 
welcher von den umgebenden Gregenstanden auf sie zurückfallt, 
wodurch ihre wahre Localfarbe geändert und getrübt wird. 
Man beachte, dass, weil die Schatten irgend eines Gegen- 
standes blos durch die Reflexe der benachbarten erleuchteten 
Gegenstände etwas sichtbar werden, auch eben diese Schatten 
an der Färbung der angrenzenden Körper nothwendig Theil 
nehmen müssen; mithin müssen sie nach der Farbe und dem 
Localton, der diesen Gegenständen eigen ist, modificirt werden. 
Ich werde in der Folge auf diesen Gegenstand, welcher viel Auf- 
merksamkeit erfordert, zurückkommen, und gedenke desselben 
hier nur gelegentlich.  
Wir sind in dem Colorit des Fleisches, das wir als sehr leb- 
haft vorausgesetzt haben, schon bis auf die Halbtöne der Par- 
thieen gekommen, die sich abrunden und verschwinden, nämlich 
von dem Standpunkt aus, auf welchem wir uns dem Modell gegen- 
über beiinden. Denn, beiläufig bemerkt, die verschiedenen Theile 
eines Kopfes oder des Fleisches sind eigentlich, was ihre Farbe 
betrifft, nicht so wesentlich verclneden, sondern sie scheinen es 
13'"
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.