Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336270
Gebrauch derselben. 
183 
sein, die, alles Beistandes beraubt, vielleicht auf immer die-von 
der Natur erhaltenen glücklichen Anlagen in sich vergraben, weil 
sie, aus Mangel einer richtigen Leitung für die ersten Schritte 
in dieser Laufbahn, dieselben nicht entwickeln können. 
Was die gründlichen theoretischen Kenntnisse betrifft, so 
halte ich für's Beste, meine-Leser auf die Belehrungen anerkannt 
guter Werke dieser Art zu verweisen. 
Da übrigens die Praxis zur Theorie sich eben so verhalt, 
wie der Körper zur Seele, so wird man nicht besser thun können, 
als beide zugleich zu studiren; daher werde ich oft. genöthigt 
sein, beide mit einander zu verbinden, um mich verständlich zu. 
machen. Allein ich werde so kurz als möglich sein, und sie nur 
in solchen Fallen verbinden und vermischen, wo das eine ohne 
das andere nicht wohl erklärt werden kann. 
. Ich habe überhaupt gefunden, dass die Schriftsteller, welche 
für nicht Unterrichtete schreiben, deren Anzahl "die grösste ist, 
sich gar kein Gewissen daraus machen, um Mühe zu ersparen, 
ihre Leser bald an diesen, bald an jenen Schriftsteller zu ver- 
weisen, ohne sich weiter darum zu bekümmern, 0b die Personen 
für die sie schreiben, auch die Gelegenheit und Mittel haben, sich 
diese Werke zu verschaffen. Ich habe auch oft die Erfahrung 
gemacht, dass man sich irren kann, wenn man sich. auf den Eifer 
junger Leute, die sich belehren sollten, zu sehr verlässt; insge- 
mein sind sie iliichtigh hitzig und unbeständig; alle lieben mehr 
die Thätigkeit und die Ausübung, als das Lesen und das Nach- 
denken. Daher scheint es mir sehr wichtig, sie nicht ohne Noth 
von einem Werke auf das andere zu verweisen; weil man be- 
fürchten muss, dass sie sich nicht die Mühe nehmen, darauf zu 
achten, es mag nun ihre Faulheit, oder der Mangel an Mitteln 
sie daran verhindern, oder die "der Jugend eigenthümliche Sorg- 
losigkeit und Leichtsinn Schuld sein, dass ihre besten Entschlies- 
sungen spurlos verschwinden. Wohl ist es nützlich, die Neugierde 
jünger Leute dadurch zu reizen, dass man einen Theil von dem, 
was sie lernen sollen, ihnen zum Voraus entdeckt; dies giebt ihnen 
einen Vorgeschmack, und kann sie dahin bringen, sich nachdrück- 
licher zu bemühen, mehr davon zu erfahren.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.