Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336253
Von den Haaren. 
der Haare mehr oder weniger braunschwarz ist. Bei den blonden 
oder sehr hell kastanienfarbigen Haaren sind die Lichter oft gol- 
dig, mehr oder wenig gelb"; um nun den Glanz wahrhaft schön 
blonder Haare, wie sie bei Kindern sind, zu malen, so bedient 
man sich statt des Weiss für die Lichter des Neapelgelbs, das 
nicht so kalt ist, als das Weiss, und eben so gut deckt. DeSsen- 
ungeachtet aber kann man, wo es nöthig ist, etwas Weiss hinzu- 
setzen, damit der Ton nicht zu sehr in's Gelbe fallt; allein dieser 
Zusatz des Weiss findet nur bei den hellen Glanzlichtern Statt. 
Indessen braucht man bei der Untermalung nicht zu sehr diese 
Details zu berücksichtigen, bei der Beendigung eines Werkes dage- 
gen muss man die grösste Richtigkeit des Tons mit der grössten 
iFreiheit des Pinsels verbinden, ohne zu kleine Details zu machen. 
Denn ein-Pinsel, frei und mit Geschmack geführt, ahmt die Grazie 
und Leichtigkeit eines fiiessenden Haares besser nach, als je mit 
aller" Mühe der Welt zu erreichen wäre. 
Für die Glanzlichter der Haare habe ich keinen bestimmten 
Ton angegeben; man hat auf der Palette Hülfsmittel genug, um 
zu finden, was nöthig ist. Ja noch mehr, für einen schon erfah- 
renen Künstler ist diese Palette schon zu reich ausgestattet; allein 
dessenungeachtet empfehle ich sie den Anfängern nachdrück- 
lich, weil sie ihnen von den unberechenbar mannigfaltigen Be- 
nutzungsarten der reinen Farben eine richtige Idee geben wird 
und sie viel geschwinder und leichter eine Kenntniss von den 
Mischungen der Farben erlangen, und hierfür ist es gut, nach 
einer bestimmten Methode zu , arbeiten, um die Principien und 
gewissermassen die Skalen oder die unmerklichen Abstufungen 
der Töne sich zu eigen zumachen. Ausserdem hat der junge 
Künstler oder Liebhaber, der diese Methode ergreift, den Vor- 
theil davon, dass er immer weiss, mit welcher Mischung er wirk- 
lich diese oder jene Sache in seinem Gemälde gemacht hat. Zu 
dem Ende braucht er nur in seinen Notizen nachzulesen (wenn 
er sich nicht daranerinnern kann), woraus "Nr. 1 zusammengesetzt 
ist, welches zu Anfang einer jeden Reihe stehtj ferner wird er 
Wissen, dass Nr. 2, _das unter dieser steht, eben dieselbe Mischung 
ist, nur mit einem Zusatz von Weiss; und dass Nr. 3, welches 
Illlter Nr. 2 steht, noch viel mehr Weiss enthält. Bei den Reihen
        

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