Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336240
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Sechszehnte Lection. 
der Palette. 
Das Aufsetzen 
gerade malen will. Die Localfarbe der Gründe anzugeben, ist 
unmöglich und hängt vom Gegenstande ab. Man wählt dazu ein 
Grau, das mehr oder weniger in's Braunliche, Blauliche, Grün- 
liche etc. fallt, so dass derliopf, "die Haare und die Draperie 
sich von dem Grunde ohne Harte und auf eine zarte und harmo- 
nische Weise lösen. Für den Anfänger wird es gut sein, beim 
Haar und dem Hintergrunde die eine oder die andere der drei 
Ilauptfarben, ltoth, Schwarz oder Gelb, vorherrschen zu lassen. 
Auf eben die Art wird er die Natur der groben und feinen 
Wäsche bläulich oder röthlich charakterisiren, indem er das Graue 
mehr oder Weniger mit Gelb, undtbisweilen sogar mit etwas Roth 
vermischt, und bei feiner Wäsche das Grau blos aus ein wenig 
Schwarzblau mit vielem Weiss zusammensetzt. Das aber, was 
die feine Wasche von der groben hauptsächlich unterscheidet, 
besteht wesentlich in der Natur der Falten, die mehr oder weni- 
ger breit sind. Ausserdem hat die feine Wäsche mehr oder 
weniger Durchsichtigkeit, so dass man selten harte und dunkle 
Schatten oder vollkommen weisse Lichter gewahr wird. 
Ebenso verhalt es sich auch mit Stoffen; der Grad der Fein- 
heit derselben giebt ihnen mehr .oder weniger Biegsamkeit, und 
darnach ändert sich die Natur ihrer Falten- Wenn wir von den 
Draperieen überhaupt und den verschiedenen Arten der Stoffe 
reden werden, wollen wir diesen Gegenstand ausführlicher be- 
handeln.   
Von 
den 
Haaren. 
Die Haare sind von einer hornartigen Substanz, sie sind 
polirte und glänzende Körper, wenn kein Puder darin ist. Die- 
jenigen, welche gepflegt werden, und besonders die von jungen 
Leuten und Kindern, sind überhaupt viel seidenartiger und glän- 
zender als die anderen." Diese letztere Eigenschaft muss man 
nachahmen; sie eharakterisirt sich nicht allein in dem Schillern 
der Schatten, die viel dunkler sind, als sie sonst sein würden, 
sondern auch durch den Glanz, der in den starken Lichtern viellleb- 
hafter ist, indem sich das Lieht darauf spiegelt, wie auf allen polirten 
Körpern. Die hellen Lichter in braunen Haaren sind gemeiniglich 
von einem kälteren Ton, je nachdem der Haupt- oder Localton
        

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