Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336208
176 
Sechszehnte Lection. 
dgr gemischten 
"Acnderungen 
Töne. 
übrig geblieben sein wird. Diese Reste nehme man von der Glas- 
tafel ab und setze sie reinlich auf den äusseren Rand der Palette 
oben links, und brauche davon, theils um einen fehlenden Ton 
zu ersetzen, theils um eine oder die andere dieser Farben zu. 
den Reihen gemischter Töne hinzuzusetzen, wenn diese uns zur 
_Nacha.hmung der Natur oder des Gemäldes nicht passend zu sein 
scheinenQ   
Auf diese Art kann man alle auf der Palette befindlichen 
Töne unter sich vermischen. Diese Mischungen muss man aber 
nicht im Kern der Farbe vornehmen, denn diese muss allezeit 
für sich ganz rein bleiben, sondern man nimmt etwas von der 
einen, etwas von der anderen, und wenn es nöthig ist, auch von 
einer dritten Farbe, und indem man diese kleinen Farbentheile 
auf einen reinen und freien Platz der Palette setzt, macht man 
die Mischung mit. dem Pinsel, bis man damit zufrieden und der 
zusammengesetzte Ton dem Original ähnlich ist.  
Wenn die Palette mit diesen kleinen Versuchen zu angefüllt 
ist, so dass kein Platz für neue vorhanden Ware, ohne dass diese 
sich mit den alten vermischten, so nimmt man sie alle mit dem 
Spachtel weg, reinigt die ganze Palette mit Oel, mit dem Spachtel 
und einem kleinen Läppchen, und lasst blos die methodischen 
Reihen und die reinen Farben unberührt. Diese Arbeit ist von 
Zeit zu Zeit um so nöthiger, da diese kleinenVersuche, die dünn 
auf der Palette sind, trocknen und zähe und mehr oder weniger 
von jenem feinen und unsichtbaren Staub, der überall aufsteigt, 
bedeckt werden, und dies macht die Farben schmutzig, so dass 
sie schlecht zu gebrauchen sind v1). 
Einige Künstler werden sich vielleicht wundern, dass ich_v0n 
den reinen Farben aus Blasen die Casseler Erde, die Terra di 
Siena, gebrannte wie ungebrannte, nicht empfohlen habe. Dies 
ist aus folgenden Ursachen nicht geschehen: Beide Farben sind 
ihrer Natur nach sehr transparent, decken die Leinwand nicht, 
 
1) Man mussalso die Palette von Zeit zu Zeit reinigen, sowohl bei der 
Anlage, als bei der Vollendung eines Gemäldes. Ich brauche also diese Vor- 
schrift nicht zu wiederholen, wenn ich vom Aufsetzen der Palette zur zweiten 
oder dritten Uebermalung des Fleisches reden werde. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.