Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1336141
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Sechszehnte Lection. 
Das 
Aufsetzen der Palette. 
 Diese drei ersten Töne dienen bei der Untermalung blos zur 
Rosenfarbe der hellsten Lichter auf den Wangen, auch zu den 
lebhaftesten Stellen der Lippen; denn für alles Uebrige, und 
besonders für die Carnation der Männer, ist die zweite Reihe 
passender. 
Man hat nicht nöthig, die Glastafel zu reinigen, Sondern man 
lässt um die Hälfte von dem, was man gemischt, zurück, und 
mischt ebenso viel Weiss hinzu, als noch Zinnober da ist, um 
den zweiten Ton zu erhalten. Nachdem man diesen Ton auf die 
Palette gesetzt hat, und zwar zunächst bei dem reinen Zinnober, 
so macht man den dritten Ton mit der auf dem Glase übrig 
gebliebenen kleinen Quantität, und setzt noch ebensoviel Weiss 
hinzu, bis dieser dritte Ton hell rosenfarbig wird. 
Ebenso verfahrt man bei allen folgenden Tönen. Die Glas- 
tafel reinigt man etwas, jedoch nur oberflächlich. 
zweite Reihe. 
1) Hellrother Ocker "F.  
2) Desgleichen halb mit Weiss.  
3) Desgleichen mit vielem Weiss. 
Diese Reihe dient, um ein warmes Roth oder Rosa zu machen, 
das aber nicht so brillant ist, als das von der ersten Reihe. 
Jetzt ist die Glastafel ein Wenig abzuwischen und an der- 
selben Stelle weiter zu mischen.  
Dritte Reihe. 
1) Hellrother Ocker und halb hellgelber Ocker  
2) Derselbe Ton mit der Hälfte Weiss.  
3) Ein kleiner Rest von dem vorigen mit vielem Weiss. 
Die zwei letzten Töne, besonders aber der dritte, dienen 
dazu, um damit den Localton des- Fleisches in den schönen und 
Es giebt einige Reihen in den Schattentönen, die bei Nr. 2 und 3 ein i" 
haben: dieses bedeutet, dass diese Töne blos mit mehr oder weniger hellem 
oder dunklem Gelb lichter gemacht werden, ohne den geringsten Zusatz von 
Weiss. Man kann daher ein für alle Mal annehmen, dass da, wo man kein 1' 
bemerkt, allezeit Weiss in der Mischung ist. Diese letzte Bemerkung gilt auch 
von der zweiten Palette, die für die Vollendung" der Carnation bestimmt ist.
        

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