Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335990
Kaifeeschwarz zu bereiten. 
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sind die Rückstände des flüchtigen Oels vom Kaifee, die trotz der 
Hindernisse sich Luft machen, und sogleich sich entzünden. 
Wenn man diese blauen Flammen nicht mehr sieht und die 
ganze Büchse stark roth glüht, so nimmt man sie aus dem 
Feuer und zwar vorsichtig, damit die Zange den Umschlag von 
Erde nicht beschädigt, und lässt sie erkalten; so ist das Schwarz 
fertig. Allein ehe man die Büchse öffnet, nehme man mit einem 
Messer alle Erde von derselben ab, und brauche alle Vorsicht, 
dass an dem Verschluss und den Zusammenfügungen nicht das 
Geringste zurückbleibt. Zu dem Ende schabe man nicht blos mit 
dem Messer die Erde ab, sondern brauche auch eine starke und 
harte Bürste. mit kurzen Haaren, und um die Reinigung zu vollenden, 
macht man die Bürste nass, reibt damit alle Stellen und trock- 
net sie wohl ab, ehe man die Büchse öffnet; denn wenn nur das 
geringste Theilchen von dieser Erde in das Schwarz kommt, so ist 
die Arbeit misslungen und die Farbe verdorben. Hierauf öffne 
man die Büchse und schütte das Schwarz auf einen reinen 
Teller, auf dem niemals Fett war. Man wird ein sanftes Schwarz 
erhalten, das etwas grau-bläulich und fast unfühlbar fein ist. 
Die Masse hat sich zwar sehr verringert, dies kann aber nicht 
anders sein. Man muss aber in die eiserne Büchse soviel als 
möglich von den pulverisirten Materien einpressen, damit keine Luft 
dazu kommen kann, denn sonst gerath die Materie in Brand und lässt 
Asche zurück, wodurch die schwarze Farbe sehr beeinträchtigt wir d. 
Das Kaffeeschwarz ist, wenn es aus der Büchse kommt, 
schon so fein, dass es scheint, als dürfe man es nur mit Oel 
oder Wasser anmachen, um es sogleich zu gebrauchen. Allein 
man muss zuvor eine Vorsicht anwenden, welche bei allen Farben, 
die man durch Feuer zubereitet, sehr wesentlich ist; man muss 
sie in kochendem Wasser waschen, und dieses mehrmals wieder- 
holen, bis man sie von den darin befindlichen Salzen befreiet hat, 
was leicht daran zu erkennen ist, dass das gebrauchte Wasser 
gar keinen Geschmack auf der Zunge zurücklasst. Dies. Wasser 
giesst man ab 1), sammelt die Farbe, lasst sie trocken werden, 
1) Sowie bei der Läuterung des Ultramarins gezeigt worden, S. 
siebente Lection. Diese Art des Abgiessens ist dieselbe für alle Farben. 
137,
        

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