Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335941
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Neunte Lection. 
Was überhaupt Oel betrifft, so rathe ich, das gewöhnliche 
Mohnöl in einer gläsernen Flasche aufzubewahren, und sie dem 
Tageslicht, nicht aber der Sonne auszusetzen; denn das Tages- 
licht hat die Eigenschaft, die Oele und Firnisse zu bleichen. 
Wenn man einen beträchtlichen Vorrath von Mohnöl hat und 
dieses zu dick wird, so muss man neues kaufen und das alte 
opfern, um es mit Quellwasser vermischt zu schütteln und zuletzt 
so zu bleichen, wie ich S. 145 gesagt habe. 
Neunte 
Lection. 
Verfahren , 
das 
Preussische Braun im Ton 
zu bereiten. 
des 
Asphalt 
Dieses Braun erhält man blos von dem guten gewöhnlichen 
Berlinerblau, und niemals ist es mir mit dem gelungen, das in 
England fabricirt wird.  
Man bringe einen eisernen Löiiel auf ein lebhaftes Feuer 
und lasse ihn roth glühen. In diesen werfe man einige Stückchen 
Berlinerblau, ungefähr in der Stärke einer kleinen Nuss, jedes 
Stückchen wird von selbst zerplatzen und sich zersplittern, sowie 
es nach und nach heiss wird und bis es anfangt roth zu werden. 
Jetzt nimmt man den Löffel vom Feuer und lasst ihn erkalten: 
denn wenn man ihn länger auf dem Feuer lässt, so wird man 
die verlangte Färbung nicht erhalten. Wird die Farbe zerbröckelt, 
so finden sich schwarze und braungelbe Theile darin, und dies 
ist es, was man haben will. Man reibe das Ganze zusammen, 
und es ergiebt sich ein sehr transparentes Braun, wie die Farbe 
des Bister oder Asphalt.  Es ist sehr tauglich, um eine Menge 
Lasuren oder Retouchen zu machen, man braucht es entweder 
allein oder in Vermischung mit anderen durchsichtigen Farben, um 
damit den erwünschten Ton zu erhalten.
        

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