Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335919
zu machen. 
Nussöl schnell trocknend 
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fest fand; aber ich muss hinzusetzen, dass die Flasche nicht 
zugepfropft war. Ich wog dieses Oel, es war etwas mehr als 
eine Unze. Ich weiss, dass man öfters ein ähnliches Resultat 
mit den alten Oelen in den Pinselkastchen erhält, wenn man 
sie im Sommer vierzehn oder zwanzig Tage ruhig stehen lasst; 
allein diese alten Oele werden wohl sehr klebrig und zähe, jedoch 
sie haben lange nicht den Grad von Zartheit und Weisse, und sind 
überdies mit trocknenden und schädlichen Salzen geschwangert, 
die besonders von dem Bleiweiss herrühren, das auf dem Boden 
des Pinseltrogs sich gesetzt hat, sowie auch von anderen ihrer 
Natur nach mehr oder weniger trocknenden Farben, die blos 
Ueberbleibsel von dem sind, was bei der Reinigung der Pinsel 
sich in dem Gefass gesammelt hat. Dagegen enthält das nach 
der eben angegebenen Methode gebleichte Oel keinen fremd- 
artigen Körper und das Wasser, auf welchem es schwimmt, erhält 
es in einem hinreichend flüssigen Zustande, dass es ohne Mühe 
gebraucht werden kann. 
Ein 
anderes 
weisses 
Oel. 
Auch auf folgende Art wird ein ziemlich weisses und gut 
trocknendes Oel verfertigt. Man thut ungefähr ein halbes Pfund 
frisch gepresstes Nussöl, das nicht am Feuer, sondern einfach 
kalt gepresst worden ist, in ein Glas und lässt es eine Stunde 
im Marienbade kochen, d. h. in siedendem Wasser. S0 verdickt, 
trocknet es sehr gut; aber es ist nicht so rein und weiss, als 
das im Wasser gewaschene Oel. Indessen kann man es sehr schnell 
zubereiten und sich dessen im Nothfall bedienen. Es ist übrigens 
bei Retouchirung grosser Gemälde sehr gut, weil bei diesen eine 
kleine, in den übermalten Stellen zurückgebliebene Nüance nicht 
bemerkbar ist, da. man grosse Werke nur in der Entfernung 
ansieht. 
Gebrauch 
des 
weissen 
Oels. 
Es geschieht oft, dass man einige kleine Theile in einem Ge- 
mälde, das sonst fertig ist, retouehiren muss, und zwar vielleicht im 
Fleisch, in der Wäsche, in den Lüften oder anderen zarten Par- 
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