Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335863
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Siebente 
Lection. 
Herstellung 
des 
ITltramarins. 
denden Niederschläge der verschiedenen Bestandtheile des Lapis 
Lazuli erblicken, die sich nach dem Mass ihrer specilischen Schwere 
getrennt haben, wie Kalk, Talk etc., das blaue Ultramarin befindet 
sich in der Mitte dieser Niederschläge. Nun giesst man das über- 
iiüssige Wasser ab, braucht dann die Spritze, darauf den Heber, 
wie dies S. 137 beschrieben ist, und trocknet die übriggebliebene 
Feuchtigkeit (immer im Glase selbst) auf dem Ofen, in heisser 
Asche oder im Sonnenschein vollständig auf. 
In diesem Zustande nimmt man mit aller Vorsicht den gan- 
zen durch das Gummi arabicum in allen seinen Theilchen leicht 
verbundenen, gleichsam geformten und gegossenen Niederschlag 
aus dem Glase und trennt mit einem dünnen und scharfen Messer 
über Papier oder einer Schüssel genau das Ultramarin von dem 
Uebrigen, das man fortwirft. 
Das Ultramarin muss pulverisirt und noch einmal gebrannt 
werden, um alles etwa noch vorhandene Fett daraus zu entfernen 
(s. oben S. 138), und nun ist es fertig und kann gebraucht wer- 
den.  Ich selbst habe keinen Versuch der Art gemacht, kann 
mich aber auf die Erfahrung meines Freundes verlassen und em- 
pfehle meinen Lesern dieses Verfahren, das so viel weniger Noth 
und Mühe macht, als die anderen, zur Benutzung. 
Es folgen hierbei die gewöhnlichen Preise von den verschie- 
denen Sorten des Ultramarins, welches man aus Rom bezieht, 
wo es überhaupt nicht so theuer ist, als anderwärts. 
Erste Sorte: die Unze 20 Piaster, ungefähr 106 Fr. 
Zweite „ „ „ 12 „ „ 62 „ 
Dritte „ „ „ 9 „  46  
Vierte „ „ „ 7 „ v 36 „ 
Fünfte „ „ „ 5 „ v 25 „ 
Es giebt noch geringere Sorten, die noch wohlfeiler zu haben 
sind, bis zur Ultramarinasche; allein ich rathe nicht dazu. Man 
wird sich erinnern, dass ich schon anderwärts gesagt habe, es 
sei besser, nur zwei, höchstens drei Sorten von vorzüglicher Schön- 
heit zu haben. Man hat mehr Vortheil davon, weil sie viel starker 
färben, indem man sie mit Weiss oder anderen Farben vermischt. 
Dies sind die Preise bei den vorzüglichsten Kaufleuten; bei 
Charles zu Rom auf dem Spanischen Platz, für die besten
        

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