Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335849
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Lection. 
Siebente 
Ilerstellung 
des 
Ultramarins. 
Pottaschenlauge zur Extraction des 
drittes Verfahren. 
Ultramarins, 
Die oben erwähnten Vorbereitungen zur Anfertigung der Paste 
bleiben die nämlichen für diese verschiedenen Methoden, es kommt 
hier blos auf die verschiedenen Mittel an, das Ultramarin zu ent- 
binden und aus der teigigen Masse mehr oder weniger leicht frei 
zu machen.  
Man zerbreehe die Paste in Stückchen, wie bei der vorigen 
Methode, und giesse eine ziemlich starke Pottaschenlauge darüber, 
heiss, kalt, oder laulich, nach Befinden der Jahreszeit, lasse das 
Ganze ruhig stehen, und rühre es nur von Stunde zu Stunde um. 
Nach einigen Tagen wird die ganze Masse, Wasser und 
Farbe, schmutzig und trübe. Den schleimigen Schaum, der sich 
oben gebildet hat, nimmt man ab und pumpt darauf mit einer 
kleinen Spritze das trübe Wasser und den Schlamm ab, aber sehr 
leise, um kein Ultramarin einzusaugen. Alles mit der Spritze ab- 
gehobene schleimige Wasser schütte man weg, und setze diese 
Arbeit von Stunde zu Stunde fort", bis das trübe Wasser aufhört 
und man den reinen Absatz des Ultramarins auf dem Boden des 
Gefässes findet. 
Diesen Bodensatz wasche man mehrmals mit reinem kalten 
Wasser, bis das Wasser vollkommen klar bleibt und bis es, wenn 
man etwas davon mit dem Finger auf die Zunge bringt, gar keinen 
Beigeschmack mehr hat, und man wird eine einzige, sehr gute 
Sorte Ultramarin erhalten. Hierauf beobachte man alles das- 
jenige bei dem Abgiessen, Trocknen und Brennen des Blau, was 
schon oben gesagt worden, und die Operation ist beendigt. Allein 
bei dieser Art erhält man Inur eine einzige Sorte Ultramarin.  
Es ist wahrscheinlich, dass bei dieser Operation die Pott- 
asche den Talg in eine Seife verwandelt, die Steintheile entweder 
auflöst oder zurückhält, und nur das Ultramarin frei lässt. Nach 
Herrn Töpff er liefert dieses Verfahren, wenn alles Uebrige sonst 
auch gleich ist, das meiste Ultramarin, und wenn man durch an- 
haltende Erfahrung von diesem Vortheil überzeugt ist, S0 ist es 
ohne Zweifel in jeder Hinsicht den beiden ersteren vorzuziehen. 
Es ist kaum nöthig zu wiederholen, dass für letztere Methode,
        

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