Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335780
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Lection. 
Siebente 
Ultramarins. 
Herstellung des 
wechselnd zu reiben und einzutauchen, und höre nicht eher auf, 
als bis der Abgang von Blau sich so vermindert, dass eine län- 
gere Arbeit nicht der Mühe werth ist. 
Alsdann schabt man mit einem Messer die graue oder 
schwärzliche Paste, die zu nichts weiter taugt, von den Fingern 
und Händen. Statt deren nimmt man neue und wäscht damit 
die Hände wie das erste Mal, und so weiter, indem man sorgt, 
dass das Wasser in gleicher Temperatur erhalten wird 1), 
Die erste Schüssel, in welcher man die Wäsche angefangen 
hat, wird das reinste und stärkste Ultramarin liefern; das aus 
der zweiten wird geringer, doch aber noch schön und gut sein. 
Hat man die Absicht, mehrere Abstufungen von Ultramarin 
zu machen, so wasche man sie nach und nach in vier bis sechs 
verschiedenen Schüsseln. Die letzte wird blos die Ultramarin- 
asche liefern. Auf diese Art erhält man eine allmälig abfallende 
Stufenfolge von Schattirungen oder Qualitäten, von denen die 
erste allezeit die schönste und kostbarste bleibt.  
Ich für meine Person halte nichts von dieser Stufenfolge der 
Schattirungen. Sie hat für die Kaufleute ihren Nutzen, die bei 
dem Verkauf davon Vortheil haben, dass die Preise der blauen 
Farbe nach Verhältniss der Reinheit und lntensivität hoch oder 
niedrig sind. 
Ich beschränke mich auf zwei, höchstens drei Sorten  und 
verwerfe das ganz, was man Ultramarinasche zu nennen pflegt. 
Es ist weiter nichts als ein bläuliches Steinmehl, und um diesen 
leichten blauen Ton zu erhalten, bedarf man nur von dem reinen 
schönen Ultramarin sehr wenig mit gutem Weiss zu vermischen. 
Der Ton selbst wird dann viel reiner und besser; denn das weiss- 
liche Steinmehl der Asche ist kein gutes Weiss. Auch verändert 
sich die Asche sehr bald, sie wird in Oel grünlichbraun, und hat 
gar keinen Körper. 
1) Der Grad der Wärme oder Kälte des Wassers muss in umgekehrtem 
Verhältniss mit der Temperatur der Atmosphäre stehen. Ist die Kälte leb- 
haft, so muss das Wasser ziemlich heiss sein; ist das Wetter Sehr heiss, so 
ist sehr frisches Wasser nöthig, allezeit nehme man die verschiedenen Grade 
der Wärme und Kälte im Gegensatz in denen der Witterung.
        

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