Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335774
Einleitendes Verfahren. 
Scheidung 
Wäsche. 
oder 
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ohne Aufhören eine halbe Stunde, auf einem harten ebenen Kör- 
per, wie Marmor, Glas etc., theils um die Farbe nicht zu verun- 
reinigen, theils auch um nichts davon zu verlieren; denn man 
muss sie unter dem Rollholz ausbreiten und mit einem Farben- 
messer wieder aufheben können. Ist dies geschehen, so sammelt 
man sorgfältig allen Teig zusammen und bildet daraus eine 
Kugel oder eine Masse, die man im Sommer vierzehn Tage, wenn 
es aber ka1t_ oder Winter ist, nur sechs bis acht Tage ruhig 
stehen 
lässt. 
Das 
Verfahren 
bei 
der 
Scheidung 
oder 
Wäsche. 
längeres und beschwerlicheres Verfahren. 
Erstes, 
Nach Verlauf der vorgeschriebenen Zeit nehme man zwei 
neue reine irdene Schüsseln von Thon oder Fayence, und fülle 
zwei Drittheile davon mit Wasser. Wenn die Witterung sehr 
kalt ist, so nehme man ziemlich heisses Wasser; ist es nicht sehr 
kalt, so nehme man laues Wasser und blos im Sommer frisches 
Wasser. Dies ist wohl zu beobachten. Das kalte Wasser im 
Winter würde das "Ultramarin nicht ablaufen lassen, und  das 
warme im Sommer würde ganz das Gegentheil hervorbringen und 
viel Steinmehl mit dem Ultramarin vermischt werden lassen. 
Man setze die beiden Schüsseln mit Wasser auf einen Tisch, 
und nehme von der Talg- und Ultramarinpaste soviel wie eine 
Nuss in die Hände (man arbeitet mit blossen Armen, um mehr 
Behendigkeit zu haben). Nun wascht man die Hände mit dieser 
Paste, wie mit einer Mandelseife, und taucht sie oft in das 
Wasser, indem man abwechselnd eine um die andere windet, wie 
beim Waschen; und bald wird man sehen, wie sich das Wasser 
mit dem schönsten Azurblau färbt. Man fahre geduldig und 
ohne Aufenthalt fort, denn die Operation ist unangenehm und 
dauert lange. 
Wenn man merkt, dass die blaue Farbe nicht mehr in Masse 
und so stark gefarbt von den Händen abgeht, was gewöhnlich 
nachiacht oder zehn Minuten geschieht, so lasse man die erste 
Schüssel stehen, und stelle sich über die zweite, deren Wasser 
dieselbe Temperatur haben muss. ÜMan fahre fort die Hände ab-
        

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