Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335756
Einleitendes 
Verfahren. 
131 
äusserste Zartheit kommt sehr viel an), so reibt man dieses 
Pulver noch weiter, bis das überflüssige Wasser verdunstet ist, 
und wenn es ungefähr so dick wie starker Mehlkleister geworden 
ist, so hebt man es ab und lässt es in Plätzchen trocken wer- 
den, wie das weiter oben beschrieben ist 1). 
Wenn diese Plätzchen oder Stückchen von Farbe vollkommen 
trocken sindw(welches etwa am folgenden Tage, wenn das Trock- 
nen durch Sonne oder durch ein schwaches Feuer beschleunigt 
ist, der Fall sein wird), so legt man acht bis zehn auf ein Mal 
wieder auf den Reibstein, zerdrückt und verwandelt sie mit dem 
Läufer in ein sehr feines gleichmässiges Pulver. Man braucht 
mit dem Läufer nicht ordentlich zu reiben, die Plätzchen brau- 
chen 
blos 
zerdrückt 
zu 
werden. 
Alles auf diese Art zubereitete Pulver des Lapis Lazuli legt 
man in eine reine Wagschale, und auf die andere Schale der 
Wage an Gewicht ebenso viel reinen Schöpsentalg; der gewöhn- 
liche darf nicht genommen werden.  ; 
Den Talg lässt man in einem glasirten Geschirr, das noch 
nicht gebraucht worden, schmelzen. Wenn er ganz geschmolzen 
ist, so setzt man ihn auf ein gelinderes Feuer, um ihn flüssig zu 
erhalten. Hier hinein schüttet man nach und nach das Pulver 
des Lapis Lazuli, immer nur wenig, indem man zu gleicher Zeit 
die ganze flüssige Masse mit einem Pfeifenstiel, oder kleinen 
reinen Stock ohne Rinde, umrührt. 
Es ist nothwendig, dass der Lapis Lazuli sich gleichförmig 
mit dem Talg vermisehe; daher muss beständig gerührt und das 
blaue Pulver nur nach und nach und ganz gleichförmig hinein- 
geschüttet werden, indem man dasselbe mit der Hand über die 
ganze flüssige Oberfläche ausstreuet. 
Ist das Pulver ganz mit dem Talg vereinigt, so nimmt man 
das Gefass allmälig vom Feuer, doch muss ohne Aufhören die 
1) Man sehe die erste Lection S. 7, WO erklärt worden ist, was solche 
Plätzchen sind. Es ist sehr wichtig, dass diese Plätzchen, sowie alle Arten 
Farbe, welche mit Wasser abgerieben worden, vollkommen trocken sind und 
nicht die geringste Feuchtigkeit darin sei, wenn man sie mit Oel reiben, oder 
hier den zu Staub geriebenen Lapis mit Talg vermischen will, um das reine 
Illtramaxin daraus zu ziehen.
        

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