Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335749
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Siebente Loction. 
Herstellung 
des 
(Tltramarins. 
Man nehme einen oder mehrere Schmelztiegel und lasse den 
Stein bei offenem Feuer weiss glühen. Dies Glühwgigg werfe 
man in's Wasser, oder, was noch besser ist, in weissen destillirten 
Weinessig, so dass esganz damit bedeckt ist." 
Diese Operation wiederhole-man drei oder vier Mal hinter 
einander, bis der Stein mürbe genug geworden ist, um ihn ohne 
grosse Schwierigkeit mit dem Hammer klein schlagen zu können. 
Dieses Brennen hat einen doppelten Nutzen, theils macht es den 
Stein viel mürber, theils verbrennt und verflüchtigt aller Kupfer- 
kies und andere darin enthaltene Schwefeltheile. 
Die Stücke, welche wenige oder gar keine blauen Adern 
haben, werden mit einem kleinen scharfen Hammer getrennt, da- 
mit man nicht die Kosten des Reibens darauf verwendet, was 
doch nicht der Mühe lohnen würde.  
Die ausgesuchten Stücke zerbricht und stösst man in einem 
grossen" eisernen oder stählernen Mörser mit einer Keule von 
eben dem Metall, wenn nicht in einem steinernen Mörser. Man 
brauche keine bronzenen oder kupfernen Mörser, sie verunreinigen 
und verändern die Farbe merklich. 
Der Mörser wird mit Leinwand oder Leder bedeckt, nach- 
dem man die Keule darunter gesteckt hat, und dies muss locker 
genug sein, um darunter die Keule leicht bewegen zu können. 
Man muss die Keule mit "dem Obertheile dieser Hülle fassen, und 
diese am Mörser mit einem Band umgürten, ohne das würden 
die Splitter des Steins herausspringen, von dem auch nicht zu 
viel in den Mörser gethan werden darf. 
Wenn "aller Stein pulverisirt ist, so siebt man ihn so lange 
durchfbis alle Theilchen wie ordinairer Sand sind; die stärkeren 
Stückchen stösst man von Neuem, bis sie so klein werden, dass 
sie durch ein Haarsieb gehen. 
Den fein gepulverten Lapis Lazuli reibt man in destilljxtem 
Wasser rein, in kleinen Portionen, ungefähr ein Loth auf ein Mal, 
und noch weniger, wenn der Reibstein oder die Glasplatte nicht 
von grossem Umfang sind 1). Wenn man das Ganze gerieben und 
in ein feines unfühlbares Pulver verwandelt hat (denn auf diese 
 
ITeber die 
Lection, 
die fünfte 
Art zu reiben sehe man
        

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