Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335637
nach dun Reiben n 
Wasser. 
119 
Die Stein- oder Glasplatten, auf welchen man mit Wasser 
gerieben hat, sind viel schwerer zu reinigen, als die mit Oel; 
allein man wird bald damit fertig, wenn man auf folgende Art 
verfahrt. 
Man nehme Weiss von Troyes oder Spanien, weisse Kreide 
oder Pfeifenthon, und übel-gehe damit die Glastafel, indem man 
zuerst nur obenhin damit reibt. Dieses Erste, das sehr schmutzig 
sein wird, werfe man gleich weg. Dies thue man noch zwei bis 
drei Mal hinter einander, bis die Kreide weiss bleibt und nicht 
mehr von der auf dem Steine geriebenen Farbe gefärbt ist. Man 
wasche die Glastafel und den Läufer mit reinem Wasser und mit 
einem etwas harten Schwamm, und trockne Alles wohl ab, nun 
mag man eine ltarbe gerieben haben, welche man will, und wenn 
es Berlinerblau war, so kann man mit aller Sicherheit wieder 
Weiss darauf reiben. Auch zum Reinigen des äusseren Randes 
der Basis des Läufers bediene man sich der Kreide mit den 
Händen. 
Von 
verschiedenen Einrichtungen 
 bequem zu reiben. 
der 
Tische, 
I1 III 
Der Tisch, worauf man reibt, muss fest und dauerhaft am 
Fussboden oder gegen die Wand befestigt sein, sonst wird man 
ihn bei jeder Tour des Läufers bewegen. 
Die Tafel muss ferner gut zugerichtet sein, damit die Glas- 
platte gerade darauf liegt und man nicht Gefahr läuft, bei starkem 
Aufdrücken sie zu zerbrechen. Auch muss der Stein oder das 
erwähnen, wenn man sich dessen mit Gummiwasser bedienen will. Man ver- 
misehe ihn zu dem Ende nicht mit Wasser, sondern mit gut rectiticirter Ter- 
pentin-Essenz. Man lasse ihn so auf der Palette trocken werden, und brauche 
ihn mit Gummiwasser, ohne erst dies Wenige von Zinnober, den man auf diese 
Art auf der Palette ausgebreitet hat, abzunehmen. Er wird viel schöner und 
brillanter, und die gelblichen 'l'hcile sondc-rrn sich nicht mehr von den rothen 
ab, wie dieses bei dem Mischen mit hlossem Gummiwasser zu geschehen pflegt. 
Das Wasser nimmt ihn von der Palette wieder gut hinweg, obgleich diese Essenz 
entgegengesetzter Natur zu sein scheint; ist nur die Essenz sehr flüchtig und 
gut rectiiicirt gewesen, so verdunstet sie vollkommen, ohne die geringste Fet- 
tigkeit zurückzulassen. Weder Weingeist noch irgend eine andere Essenz 
vertritt in diesem Falle die Stelle der Terpentin-Essenz.
        

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