Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335627
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Fünfte 
Lcction. 
Reinigung 
der 
Geräthsuhaften 
bis man Zeit übrig hat, beides zu vollenden und zu reinigen. Es 
könnte in diesem Zustande Tage und ganze Monate verbleiben, 
ohne dass die Farbe antrocknet: ein Vortheil, den man ohne den 
leichten Auftrag der Seife nicht erreichen könnte. Hat man diese 
Vorsicht verabsäumt und die Reinigung unterlassen, so muss man 
dazu Terpentin und feinen Sand gebrauchen.  
Verfahren, nach dem Abreiben in Wasser die 
nöthigen Geräthschaften zu säubern. 
dazu 
Einige Farben hängen sich bei dem Abreiben in Wasser sehr 
fest an Glastafel und Läufer an, wie das Berlinerblau, das Eng- 
lische Roth, das Indisch Gelb etc. Sie haben die Eigenschaft stark 
zu färben, wie auch der Carmin; aber gerade deshalb sind es die- 
jenigen Farben, die man nicht mit Wasser abzureiben braucht, 
wenn man sie nachher mit Oel versetzen will; ihre T heilchen sind 
so fein, dass es gar keine Mühe verursacht, sie sogleich mit Oel zu 
reiben. Man kann es thun, wenn man die Absicht hat, sich ein 
vollständiges Sortiment von geriebenen Wasserfarben zu machen, 
die man als Plätzchen, in Büchsen oder Gläsern aufbewahrt. Die- 
ses Verfahren rathe ich allen denen, die sich nur bisweilen mit 
der Oelmalerei beschäftigen, und selbst denen, die täglich malen; 
es ist eine Hiilfe, die uns niemals ganz verlässt, wenn eine oder 
mehrere Farben in Blasen ausgegangen sind. Man mischt dann 
nur ein wenig mit Oel für den wirklichen Bedarf, und behält Zeit, 
sich neue Blasen zu verschaffen. - 
Ich erwähne hier den Carlnin nur gelegentlich; denn in Oel 
darf man diese Farbe nicht gebrauchen, es sei denn, dass man 
ihn, wie den Venetianischcn Lack, gebrannt habe, um die dunkle 
carmoisinrothe Farbe zu machen, wie ich Seite 23 unter Nr. 13 
angezeigt habe, denn der (larmin wird zuerst schwarz, fängt an 
zu vergehen und verschwindet zuletzt ganz. Ich empfehle sogar 
allen denen, die blos in Wasser malen, von dem ungebrannten 
Uarmin, so wie man ihn kauft, keinen Gebrauch zu machen. Man 
muss sich nicht durch seine prächtige Farbe verführen lassen, 
sondern in allen Fallen den schönen Krapplack vorziehen l). 
Da. ich hier 
VOD. 
Wasserfarben 
rede, 
SO 
will 
ich 
auch 
des 
Zinnobers
        

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