Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335603
116 
Lection. 
Fünfte 
Das Reiben in 
Oel. 
an den Ort B, und so weiter, ohne Oel hinzuzusetzen, bis der 
ganze Haufen A gerieben ist. Alsdann nimmt man wieder das 
Ganze zusammen, und mischt es wohl untereinander, um nur einen 
einzigen gleichartigen Haufen daraus zu machen, dann streicht 
man alle Farbe zusammen, die nun in eine Blase gethan werden 
kann 1), vorausgesetzt, dass die Farbe die gehörige Dicke hat 2). 
Da die Farbe in Oel viel dicker als in Wasser ist, so wird 
der Läufer nicht auf gleiche Art geführt, sondern statt mit ihm 
eine Reihe kleiner Kreise zu beschreiben, um die Farbe in der 
Mitte zu vereinigen, fuhrt man den Läufer von unten nach oben 
und von oben nach unten, und zwar lebhaft, schnell, ja sogar 
etwas ungestüm, denn wegen der Starke der Farbe ist er schwer 
zu führen. Nach fünfundzwanzig bis dreissig Hin- und Herzügen 
macht man einige Wendungen in die Runde, sogar in kleinen 
Kreisen, um die Farbe wieder etwas gegen den Mittelpunkt zu 
leiten, hierauf wiederholt man das Auf- und Niederfahren mit 
Kraft, indem man ebenso aufdrückt, wie man zuerst gethan hat. 
Von Zeit zu Zeit sammelt man auch mit dem Spachtel die Farbe 
von den Rändern des Steins und des Läufers. Im Uebrigen ver- 
fahrt man eben so, wie beim Reiben im Wasser (S. 111) be- 
schrieben worden.  
Bei dem Reiben des Bleiweisses, von welchem besonders beim 
Reiben in Oel schädliche Ausdünstungen entstehen, beobachte 
man einige Vorsicht, um davon nicht belästigt zu Werden. Man 
muss durch Oeffnen der Fenster Zugluft machen, die einem na- 
türlich nicht entgegenkommen darf, oder noch besser in freier 
Luft reiben.  ' . 
Verfahren, den Stein und den Läufer 
nachdem man in Oel gerieben 
zu reinigen, 
hat. 
Ehe man anfängt in Oel zu reiben, reinige man Glasplatte 
und Läufer mit einem Stückchen weichen Papiers, oder mit einem 
alten leinenen Lappen, und wiederhole dies zwei bis drei Mal, 
1) Wie die Farben in Blasen zu thun, sehe man die dritte Lection S. 91. 
2) Wie stark die Farben mit Oel angemacht sein müssen, sehe man-Lec- 
tion 3, S. 88.
        

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