Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335592
die 
Wie 
wben in 
O11] 
Zll 1' 
115 
bezweifeln, dass man alsdann mehr davon lernt, als nach Durch- 
lesung dieser Zeilen; allein ich habe diese Details auch nur für 
diejenigen geschrieben, denen es an Gelegenheit fehlt, das was 
sie-machen sollen, in der Ausführung. zu sehen. 
Wie 
die 
Farben 
in 
Oel 
gerieben 
werden 
müssen. 
Bei 
dem 
Reiben 
der 
Farben 
Oel 
ist 
das 
Verfahren 
V61" 
schieden. Da die Farbe einen gewissen Grad von Dicke haben 
muss, ohne welche sie zum illalen zu flüssig sein würde, so über- 
eilo man sich nicht mit dem Zuggiessen des Oels, und setze nur 
so viel hinzu, als durchaus nothwendig ist. Ehe man mit dem 
Läufer reibt, rührt man mit einem starken und grossen Spachtel 
das Pulver haufenweis ein, das heisst, man befeuchtet es nach 
und nach, und wendet es oft in dem auf den Stein ausgegossenen 
Oele her und hin, wie wenn man es mit der Maurerkelle thäte, 
und so lange, bis der ganze Haufen Farbe, den man in Blasen 
thun will, das Oel eingezogen hat. iVIan achte aber wohl darauf, 
dass dieses nur obenhin mit Oel vermengte Pulver eher zu dick 
und steif, als zu weich sei. Denn wenn die Farbe zerrieben und 
der Läufer nur einige Mal darüber hin und her gegangen sein 
wird, so scheint sie viel weniger dick, weil sie überall vom Oel 
durchdrungen ist. Andererseits kann man immer etwas Oel hinzu- 
thun, wenn man die Farbe zu dick findet. Ist es hingegen nöthig, 
die Farbe mit ungeriebenem Pulver zu vermischen, um sie dicker 
zu machen, so wird die Farbe, die schon zur Hälfte oder ganz 
gerieben ist, durch diesen Zusatz wieder verdorben. 
Man bereite also seine ganze Farbe viel dicker, als man sie 
haben will, und mache davon einen Haufen, den man in der 
rechten Ecke oben auf der Platte, an den Ort A 1) aufstellt. 
Dieser Haufen würde nicht bequem auf einmal gerieben wer- 
den können, man nimmt also davon eine Portion in der Grösse 
einer kleinen Nuss, und diese reibt man mit dem Läufer so lange, 
bis sie vollkommen so fein ist, wie man es wünscht. Ist diese 
kleine Quantität fertig, so setzt man sie links in die Ecke der Platte 
  '1) Siehe die zweite Kupfertafe], ipdem man 
1118111611 (Z) nicht darauf sind. 
sich vorstellt, dass die beiden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.