Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335589
1_14 
Fünfte 
zction. 
Wann 
Farbe 
genügend 
gerieben. 
reinen Stelle der Platte, und drehet ihn um sich selbst herum, 
indem man den Spachtel so gegen die Basis halt, wie ein Drechsler 
den scharfen Meissel gegen den Gegenstand, den er drehen will. 
S0 wird der Läufer auf den Seiten von der anklebenden Farbe 
befreit; so ist auch die ganze Masse der Farbe im Mittelpunkt 
des Glases beisammen, und alles dieses in einer Minute; den 
Läufer setzt man wieder in Mittelpunkt der Farbe, und breitet 
sie ein wenig auseinander; hierauf beschreibt man wieder Girkel, 
wie zuvor, indem man stärker beim Zurückziehen drückt, als im 
Vorwartsstossen, und so immer weiter. Die Farbe unterhalLman 
beständig ungefähr in eben dem Grade der Flüssigkeit, wie etwa, 
Starker Rahm, ausgenommen, wenn die Farbe hinlänglich gerieben 
zu sein scheint. Alsdann thut man kein Wasser mehr hinzu, 
sondern reibt so lange, bis die Farbe so dick wird, dass man sie 
wie Pomade aufheben kann. Dann wird sie mit dem Spachtel 
zusammengehäuft, auf Papier in Häufchen gelegt, und an der 
Sonne oder am Ofen, gegen Staub gesichert, getrocknet. 
Woran 
1113.11 
erkennt, 
ob 
die 
Farbe 
genug 
gerieben. 
Ob die Farbe genug gerieben, erkennt man daran, wenn sie 
im flüssigen Zustande (nämlich in der Consistenz eines dicken 
Rahms) unter dem Läufer nicht mehr kreischt, sonder dieser, ob- 
gleich man darauf drückt, darüber wie über Starkekleister weg- 
gleitet. Wenn man diese Probe in dem Augenblick machen wollte, 
wo die Farbe zu trocken und dick geworden ist, so könnte man 
nicht gründlich darüber urtheilen, weil die Farbe in diesem Zu- 
stande. immer besser gerieben und viel Weicher zu sein scheint, 
als bei der gehörigen Quantität Wasser. Es bedarf also kaum 
noch des Rathes, die Farbe mit Wasser zu tranken, so wie sie 
zu dick befunden wird, und dies kann mit dem Spachtel oder mit 
einem kleinen Kaffeelöffel geschehen. Man hebt die Farbe mit 
dem Spachtel rings um den Stein und von dem Läufer ab, aber 
nur selten und je weniger oft, 4188130 11888811  
Diese Auseinandersetzung wird denen, welche niemals das 
Reiben gesehen haben, verwickelt, den Anderen überflüssig er- 
scheinen. Wenn man einen guten Farbenreiber eine halbe Stunde 
Farben für die Malerei reiben sieht, so ist in der That nicht zu
        

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