Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335562
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Fünfte 
Tmction. 
heim 
Verfahren 
mit Wasser. 
Reiben 
Eine gar zu kleine Dosis von Farbe hat aber auch den Nach- 
theil, die Farbe, besonders mit Wasser, schmutzig zu machen; 
weil der Läufer dem "Glase zu nahe kommt, und da er nicht genug 
Materie hat, um sanft darüber wegzugleitcn und zu laufen, so 
schleift und verdirbt er die Farbe. Ueberhaupt kommt Alles auf 
die Oberfläche an, die zu durchlaufen ist. Die Quantität der 
Farbe muss dem Umfang des Steins und Läufers angemessen sein, 
und wenn man in Wasser reibt, so muss man weder zu viel noch 
zu wenig Wasser nehmen, man muss die Farbe in der Consistenz 
eines dicken Rahms erhalten. Sieht man, dass sie zu dick wird, 
so setzt man etwas Wasser hinzu, aber nicht zu viel auf einmal. 
Von 
der 
Bew4egung,we1che man bei 
Wasser dem Läufer geben 
dem Reiben 
muss. 
in 
Der Läufer muss so geführt werden, dass alle Farbe in der 
Mitte des Steins zusammenbleibt, daher lasse man ihn ganz rund 
um laufen, und nicht, wie bei dem Reiben in Oel, bald herauf 
und herunter, sondern man beschreibe immer Kreise, die in ein- 
ander greifen, als wenn man um den Stein eine breite Einfassung 
mit Ausnahme der vier Ecken machen wollte. Man fangt rechts 
an, und führt die Kreise gleichförmig im Zirkel rechts weiter, 
ohne sehr stark aufzudrücken, damit die Farbe unter den Läufer 
Hiessen kann; zieht man den Läufer gegen sich zurück, um zur 
Linken die andere Hälfte des Kreises zu vollenden, so drückt 
man stark auf und macht die Bewegung des Läufers geschwinder. 
Man drücke etwas weniger stark, wenn man ihn nach oben be- 
wegt, als wieder zurück von der Linken zur Rechten. Ist der erste 
Kreis beschrieben, so fange man einen zweiten an, indem man 
immer um die Hälfte des Durchmessers des Läufers einrückt, und 
so fort, bis man den ganzen Stein übergangen, ohne auf die 
Mitte gekommen zu sein, wo man einen unberührten Raum lasst, 
der so gross ist, als die Oberfläche der Basis des Läufers. (Man 
sehe die ipunktirte Zeichnung Kupfertafel II, auf welcher ich diese 
Bewegung zu beschreiben versucht habe, nur habe ich zu viel 
leeren Raum in der Mitte gelassen.)  
Diese Art der Bewegung hat einen doppelten Vortheil: sie 
sammelt fast alle Farbe im Mittelpunkt und irerstattet bei jeder
        

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