Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335550
Wasser abzureiben. 
Farben mit 
Verfahren, die 
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Drechsler kann eine solche Kante viel iiehtiger und gesehwinder 
auf der Drehbank machen, indem er den Läufer in eine Hohl- 
decke passt.  
Wenn man auch Gelegenheit hat, sich schon fertige Farbe- 
blasen anzuschaffen, so ist es doch allezeit nothwendig, eine kleine 
Glasplatte und einen kleinen Läufer bei sich zu haben, denn man 
muss sich doch öfters einige Farben zubereiten, die in besonderer 
Weise gebraucht werden. Uebrigens sind die Blasen, die man 
selbst verfertigt, besser als die käuflichen. Die Farbenhändler 
verkaufen diese um einen viel zu geringen Preis, als dass sie auf 
ihre Zubereitungen so viele Mühe verwenden könnten, als man 
selbst thun wird. Für die kleinen Staifeleigemalde ist die grösste 
Reinlichkeit und Feinheit beim Reiben der Farben besonders 
Bilder finden 
nöthig, für grosse 
bei Kauileuten 1). 
sich 
schon 
gut zubereitete Farben 
Verfahren, 
die 
Farben 
mit 
Wasser 
abzureiben. 
Um so bequem und gleichförmig als möglich zu reiben, muss 
man nur eine kleine Quantität auf einmal auf den Stein bringen; 
denn ausserdem dass ein grosser Haufe hinderlich ist, bleiben 
auch allezeit einige Theile weniger gut gerieben, als die anderen, 
und diese Ungleichheit ist für den Maler ein Hinderniss. Auf 
einen Stein oder eine Glasplatte von vier Quadratfuss bringe man 
nur eine Quantität Farbe von der Grösse einer Nuss, wenn man 
in Oel, und etwas mehr, wenn man in Wasser reibt. 
Man irrt sich, wenn man glaubt, die Arbeit zu beschleunigen, 
wenn man eine viel grössere Quantität auf einmal dazu nimmt, 
die Farbe würde von allen Seiten an den Rand der Glasplatte 
und rings um den Läufer iliessen, so dass man beständig den 
Spachtel brauchen müsste, um sie wieder zurüekzubringen, sonst 
Würde sie gar nicht gerieben werden, mithin würde man viel Zeit 
verlieren, und durch den häufigen Gebrauch des Spachtels die 
Farbe verunreinigen.  
 
1) Wir erinnern jedoch {an die in jeder Beziehung empfehlenswerthen 
Farben von Heuer und Pröll in Dresden und G. B. Moewes in Berlin für 
grosse und kleinere Bilder. E. 
        

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