Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335540
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Fünfte Lection. 
Instrumente 
zum Farbenreiben. 
Kitt. 
um den Läufer viel leichter abheben, wenn die Basis desselben 
nur rings herum schräg abgekantet oder abgerundet ist. 
Da aber der Porphyr ein seltener und kostbarer Stein und 
besonders hart zu schneiden ist, so macht man güneiniglich die 
Läufer nicht aus einem Stück, sondern begnügt sich mit einer 
guten Basis von Porphyr, die einen Zoll stark ist, welche man so 
wie die übrigen an einen Griff von hartem Stein von der Art, wie 
ich eben beschrieben habe, festkittet. 
Wie 
man 
die 
Basis 
eines Läufers 
festkittet. 
3111 
den 
Handgriff 
Man bedient sich eines fetiien Kittes oder eines guten Cements 
von fein pulverisirtem Ziegelstein, mit reinem Bleiweiss gemischt, 
das Ganze dann mit gekochtem Leinöl oder Trockenfirniss an- 
gemacht. Dieser Cement muss fast eben so dick und hart sein, 
als der Glaserkitt.  
Man erwärmt langsam und bei sehr schwachem Feuer beide 
Stücke, wenn man sich des fetten Cements bedient, den man in 
einer Oasserolle oder in einem eisernen Löffel auf dem Feuer 
schmelzen lässt. Während der Cement warm ist, fügt man beide 
Stücke an einander und achtet darauf, dass sie im Mittelpunkt 
gut anschmelzen, zuletzt wird mit einem warmen, ja ziemlich 
heissen Messer der überflüssige Gement an dem Rand der Fugen 
hinweggenommen und geglättet. 
Ebenso verfahrt man bei dem kalten Cement von Bleiweiss 
und gestossenem Ziegelstein, denn man braucht die Stücke nicht 
warm zu machen, nur muss man sie drei oder vier Tage ruhen 
lassen, bis der Gement sich verhärtet hat. 
Den kleinen Farbenreiber Nr. 3 zu verkitten, ist nicht der 
Mühe werth, man findet dergleichen in einem ganzen Stücke, in 
Porphyr, Biscuit, Achat und hartem Glas. -Wenn diese Läufer 
noch nicht ganz zubereitet und unten noch nicht vollkommen 
gerade geschliffen sind, so thut man es selbst, oder lässt es von 
Anderen machen. Allein bei keinem Läufer muss der rundliche 
Rand an der Basis, der sich unten ganz in den Läufer verliert, 
vergessen sein, denn diese Abrundung verschafft der Farbe Zu- 
tritt, sich zwischen Läufer und Reibstein zu verbreiten. Ein guter
        

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