Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335494
Instrumente zum Farbenreiben. 
Grosser Reibstein. 
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sichtiges Pulver, das, in die Farbe gemischt, selbst in Masse fast 
gar keinen Schaden thut, es würde nur die Eigenschaft der 
Schmalte haben und das Trocknen befördern. Uebrigens will ich 
nicht damit andeuten, "dass man sich dieses Mittels bedienen soll, 
sondern ich will nur diejenigen beruhigen, die wegen einer un- 
merklichen Vermischung des abgenutzten Glases mit Unrecht be- 
sorgt sind. Unstreitig sind Steine von rothem Porphyr oder 
Achat das Allerbeste, und wer dergleichen von ziemlicher Grösse 
sich anzuschaffen Gelegenheit hat, thut wohl, obgleich der Ge- 
brauch starker Glastafeln, nach meiner Erfahrung, nicht im Ge- 
ringsten nachtheilig ist. Uebrigens sind die Achate und Porphyre 
von sehr hohem Preis und kosten wenigstens zwanzig oder dreissig 
Mal mehr, als eine Glastafel von eben der Grösse. Es giebt noch 
viele andere Steine, die von den Lackirern, selbst von Kaufleuten, 
die mit Farbe handeln, gebraucht werden; sie sind aber nicht zu 
empfehlen; dahin gehört ein gewisser Sandstein, der weicher als 
Glas ist, ein lockeres Korn hat, das sich leicht abnutzt und alle- 
zeit die zarten Farben mehr oder weniger schmutzig macht und 
sich mit ihnen verbindet, alles dieses hat man bei einem dicken 
Glase nicht zu befürchten. Alle Arten von Marmor, woraus man 
Tischtafeln und Kamingesimse macht, sind viel weicher als Glas, 
besonders weisser oder grauweisser Marmor. Schwarze, dunkel- 
graue, rothe, gelbe und andere Marmorarten nutzen sich be- 
trachtlich ab, wenn man darauf reibt. Man sieht dies bei den 
gelben Farben und besonders bei dem Neapelgelb, sie werden 
fast grün, daher vermeide man ihren Gebrauch. Es giebt Arten 
von Granit, und auch gewisse Kiesel, die wegen ihrer grossen 
Harte gut sein würden, allein die ersten haben selten ein gleich- 
massiges Korn, und die zweitensind nicht in grossen Tafeln an- 
zutreffen, man muss daher immer auf Porphyr und Glastafeln 
zurückkommen. 
Von 
der 
kleinen 
Glasplatte 
oder 
Reibstein. 
Diese kleine Glasplatte dient Zum Abreiben kleiner Portionen 
Farbe mit dem kleinen Läufer Nr. 3, ist portatif und wird ge- 
braucht, um mit einigen Umgängen des Läufers pulverisirte Far- 
ben, die schon im Wasser abgerieben sind, anzumachen und zu
        

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