Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335452
Schlemmen des Ockers. 
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werde, bis man sieht, dass die erste Schüssel das Ganze fassen 
kann, dann rührt man die beiden anderen nach einander wieder 
um und mischt das Ganze in der ersten Schüssel zusammen. 
Alle 
Farbe 
mit 
dem 
Wasser_ 
wird 
nun 
mit 
dem 
kleinen 
Stecke 
nochmals umgerührt, damit die wenigen noch etwa übrig geblie- 
benen kleinen Steinchen sich zu Boden setzen, alsdann lasst man 
das Ganze sich so lange setzen, bis das Wasser wieder voll- 
kommen klar wird.    
Hierauf giesst man alles Wasser, aber sehr behutsam, ab, 
und hält sogleich still, wenn man auf den Punkt kommt, wo die 
Oberfläche der feinsten Farbe mit dem Wasser fortschwimmen 
will. Nun lässt man das Gefass eintwenig ruhen und pumpt mit 
einer kleinen Spritze das noch übrig gebliebene klare Wasser be- 
hutsam ab, jedoch ohne es kauf das Aeusserste zu treiben, und 
beendigt die Operation mit dem Heber. 
Ist dieses geschehen, so ist die Farbe sehr gut geschlemmt, 
und darf nicht mehr in Bewegung gesetzt werden. Jetzt lasst 
man die Farbe an der Sonne oder an einem warmen Ofen, gegen 
Staub verwahrt, trocken werden. Wenn sie keine Feuchtigkeit 
mehr enthält, so wird sie Risse bekommen und bersten, wie fettes 
Erdreich im Sommer. 
Man hebt nun vorsichtig den Ocker ab, ohne die verschie- 
denen Stücke zu zerbrechen, die durch das Austrocknen gesprun- 
gen und zerrissen sind, und schabt das Unterste mit einem Messer 
ab, um noch die kleinen sehr feinen Steinchen, die wegen ihrer 
speciiischen Schwere zuerst auf den Grund fallen mussten, abzu- 
nehmen und wegzuwerfen. 
Wenn diese Arbeiten, die nicht viel Zeit wegnehmen, been- 
digt sind, so ist die Farbe rein und zum Abreiben fertig. Man 
verwahrt sie, wenn dieselbe vollkommen ausgetrocknet ist, in 
einer Büchse oder einer Flasche, und nimmt davon nach Mass- 
gabe des "Bedarfs zum Reiben. Ich rathe aber jederzeit, die Farbe 
zuvor in Wasser abzureiben, ehe man Oel dazu nimmt, sie reibt 
sich besser und geschwinder, und mit einigen Umläufen des Rei- 
bers ist dann die Blase fertig 1). 
 
1) Es versteht sich, dass die 
Farbe, nachdem sie mit Wasser 
abgeriebenv
        

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