Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335440
100 
Vierte 
Lection. 
Schlemmvn 
Farben. 
der rohen 
men wiederholt man zwei bis drei Mal, bis die Oberfläche des 
Wassers hell und klar bleibt, welches nach acht bis zwölf Mi- 
nuten geschieht. Hierauf rührt man die Farbe von Neuem sehr 
stark und lebhaft um, aber mit hinlänglichem Wasser, das bis 
ungefähr einen Zoll weit vom Rande gehen muss. Während alle 
Farbe im Wasser gleichsam schwebend ist, giesst man sie in die 
zweite Schüssel 1), ohne diesmal länger als eine Viertel Minute zu 
warten, und lässt alle Farbe ablaufen, ausgenommen den Satz, 
welcher das Gröbste nebst den Steinen, die sich auf den Boden 
des Gefasses gesetzt haben, enthält. In die erste Schüssel 
schüttet man frisches Wasser, rührt den Bodensatz von Neuem, 
und giesst das Wasser, ehe es sich abklärt, in die dritte Schüssel, 
jedoch mit Vorsicht, damit nicht die kleinen Steine am Boden 
mit der guten Farbe zugleich abfliessen. Hierauf giesst man das 
Wasser, welches indess hell geworden, von der zweiten Schüssel, 
ohne die Farbe mitzunehmen, auf den alten Satz der ersten ab, 
und endlich wiederholt man vier bis fünf Mal nach und nach 
diese Operation, bis man auf dem Boden der ersten Schüssel 
blos ein grobes Sediment von Sand und Steinen sieht. Indessen 
muss man die Operation nicht zu weit treiben, denn die Farbe 
ist wohlfeil genug, dass es nicht der Mühe lohnt, Alles zu sam- 
meln, noch dazu auf die Gefahr hin, sie zu verderben; mithin 
werfe man alles das, was von keiner Bedeutung zu sein scheint, 
ganz fort.  
Dann, bis aller Ocker sich gesetzt hat und das darüber ste- 
hende Wasser so klar wie von der Quelle ist, lasst man die 
Schüsseln ruhig stehen. Nachdem man zunächst den steinigten 
Bodensatz weggeworfen und die Schüsseln äusserst sorgfältig 
ausgewaschen, giesst man in diese erste reine leere Schüssel alle 
gute Farbe. Wenn diese aber nicht gross genug sein würde, um 
das Wasser von den beiden anderen aufzunehmen, so sorge man 
dafür, dass ein grosser Theil, ohne Farbe zu verlieren, abgegossen 
1) Diese Schüsseln müssen am Rande eine Art von Schnäuzchen haben, 
damit das Wasser nicht an den Seiten herunterlaufen kann. Sie müssen acht- 
zehn oder zwanzig Zoll im Durchmesser und ungefähr sechs Zoll Tiefe haben, 
auch ganz neu und niemals gebraucht sein, am wenigsten zu fettigen Sachen.
        

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