Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335433
Schlemmen 
Farben. 
der roh_en 
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einen Tisch gelegt, mit einigen Schlägen in Stücke geschlagen, 
alsdann stark gequetscht, indem man das Rollholz hin und her 
bewegt, bis der Ocker zu einem groben Pulver, etwa wie Sand, 
zermalmt ist, nun wird die Papierhülle abgenommen und ein 
Theil von diesem Pulver auf dem Reibstein ausgebreitet, ein 
Viertel, die Hälfte, mehr oder weniger, je nachdem man viel oder 
wenig zerstossen hat und die Grösse des Reibsteins es gestattet. 
Auf einen Stein von vier Quadratfuss nicht mehr als ein Viertel 
Pfund auf einmal. Ist dieses Pulver etwas ausgebreitet, so nimmt 
man statt des hölzernen Rollholzes, das man vorher gebraucht, 
eine gewöhnliche Glasflasche, die man über die Farbe rollt, um 
sie in ein feineres Pulver zu verwandeln. Man nehme sich aber 
in Acht, nicht zu stark darauf zu drücken, um auf den harten 
und spitzigen Steinen nicht das Glas zu zerbrechen, oder wohl 
gar die Steine mit der guten Farbe zugleich zu zerquetschen. 
Findet man während dieser ersten Vorbereitungen hier und da 
kleine Steinchen, so nehme man sie gleich heraus, weil zu be- 
sorgen ist, dass die Flasche, welche von schwarzgrünem Glas und 
cylindrischer oder ähnlicher Form sein muss, leicht dadurch zer- 
brechen könnte. 
Hierauf nehme man drei grosse ordinaire aber glasirte Schüs- 
seln mit einer Schnauze oder Tülle, um das Wasser ablaufen zu 
lassen, schütte in die grösste von den dreien den pulverisirten 
Ocker und Quellwasser darauf bis einen Zoll hoch vom Rande. 
Mit einem kleinen reinlichen Stocke rührt man etwa eine Minute 
lang die ganze Farbenmasse dnrcheinander, um alle oben schwim- 
menden Körper abzusondern, und lässt dann die Farbe ruhig 
stehen, bis sie sich ganz gesetzt hat und das darüber stehende 
Wasser hell erscheint, alsdann giesst man dieses mit allen darauf 
schwimmenden Unreinigkeiten behutsam ab, jedoch ohne die Farbe 
mit laufen zu lassen, denn gerade die oberste ist die beste. Es 
ist sehr leicht, dies mit einiger Aufmerksamkeit zu bewirken, 
denn es ist nicht nöthig, alles Wasser davon ablaufen zu lassen, 
da alle oben schwimmenden Körper, wie Stroh, Holz, Haare etc. 
leicht mit dem ersten Wasser von selbst abfliessen. Wird man 
noch zu grosse Stücke Ocker gewahr, so zerquetsche man sie in 
der Schüssel mit dem Ende des Rollholzes. Dieses erste Schlem- 
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