Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335425
Vierte 
Lection. 
Verfahren, 
die 
rohen 
Farben 
Zll 
schlemmen 
Die Kauiieute oder Farbenfabrikanten schlemmen die Farben 
in grossen hölzernen Kasten oder Fässern, in welche Centner hin- 
eingehen. In verschiedener Höhe werden zwei Hähne angebracht 
zum Ablauf des oberen Wassers, auf Welchem alle leichten Körper 
schwimmen, ein anderer, viel niedrigerer, dient zur Absonderung 
der guten Farbe von dem Bodensatz, der mit Steinen und ande- 
ren schweren Körpern angefüllt ist. Da hier nicht von Leitung 
einer Fabrik die Rede ist, sondern von dem Schlemmen der 
nöthigen Farben zum Gebrauch für eine einzelne Person, so 
werde ich mich beschränken das mitzutheilen, was ich ühr mich 
selbst in Ausübung bringe. 
Wenn man Ocker kauft 1), besonders lichten gelben und ro- 
then, welcher viele Steine und Unreinigkeiten enthält, so ist es 
unerlässlich, dass er vor dem Reiben geschlemmt werde, denn 
sonst_ würde die Farbe nicht allein schmutzig sein, er würde auch 
wegen der vielen darin beündlichen Sand- und Kieselsteine schwer 
zu reiben sein. 
Man nehme ein starkes Rollholz von zwei bis drei Zoll im 
Durchmesser und ungefähr achtzehn bis zwanzig Zoll Lange; das 
Packet mit dem Ocker, in starkes Papier eingewickelt, wird auf 
1) Man wähle nur solche Ocker, die sehr rein, ohne Steinadern und schön 
gelb oder roth sind. Unter hellrothem Ocker versteht man den gebrannten 
hellen Ocker. Der dunkle rothe Ocker oder das Rothbraun ist ein in einem 
eisernen Tiegel bei oifenem Feuer gebrannter Mittel- oder Dimkel-Ocker.
        

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