Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335396
Aufbewahrung 
Farben 
der 
auf 
der 
Palette. 
95 
Sehr viele Maler setzen die Ueberbleibsel der Palette auf 
einen Teller unter Wasser. Dies ist gut für Weiss imd einige 
Farben, die mehr Verwandtschaft mit dem Oel als mit dem Wasser 
haben. Allein bei dem Ocker, Ultramarin, Schmalte etc. Endet 
dies nicht Statt, denn diese trennen sich vom Oel, um sich mit 
dem Wasser zu verbinden, so dass sie den anderen Tag alle zer- 
setzt und zu nichts mehr tauglich sind. 
Wenn man noch brauchbare Ueberbleibsel einer Palette nicht 
für verloren geben und noch benutzen will, so übertrage man sie 
sorgfältig und reinlich auf eine andere Palette, und man wird sie 
noch den anderen Tag ziemlich gut finden. Sollten aber einige 
Farben auf ihrer Oberfläche schon ein Häutchen haben, so darf 
man dies nur behutsam mitcdem Spachtel abnehmen; das Untere 
wird noch-sehr gut sein, wenn es nicht darauf ankommt, wesent- 
liche Dinge, einen Himmel, Carnation u. dgl. zu malen; ist es 
aber Winter, so kann man sogar zwei oder drei Tage hinter 
einander Alles damit arbeiten. Um indessen in seiner Sache recht 
sicher zu gehen, so rathe ich Folgendes, was ich selbst zu thun 
pflege. Ich verwahre meine Palette nicht im Malkasten, wie ge- 
meiniglich geschieht, denn sie erhält sich darin nicht sehr frisch, 
auch geschieht es bei dem Hin- und Weglegen in ihr Behaltniss, 
dass man an die kleinen F arbenklekschen streift, die öfters von 
obenher das Holz des Kastens berühren, wodurch alle Töne in 
Verwirrung gerathen. Ich habe allezeit einen hölzernen Kasten 
zur Seite, der etwas grösser als meine Palette ist, und fast eben 
die Form hat. Er hat in der Höhe ungefähr funfzehn Linien 
leeren Raum und wird wie eine Tabacksdose mit Scharnieren ge- 
öffnet. Hierin verschliesse ich meine Palette, wenn ich sie nicht 
mehr brauche, der Kasten, aber kann nach Belieben verschlossen 
werden, dass kein Staub hineinfallen, und die Töne nicht in Un- 
Ordnung gerathen können. Wenn ich die Palette bis zum anderen 
Tage frisch erhalten und die Mühe, eine neue zu bereiten, ersparen 
will, so habe ich einen anderen Kasten von weissem Blech, so 
gross, dass der hölzerne Kasten hinein passt, und dieser hat auch 
Scharniere und eben die Form, als der vorige. Wenn meine 
Palette in dem hölzernen Kasten eingeschlossen ist, so kommt sie 
mit dem blechernen Kasten in gar keine Berührung. Den letzteren
        

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