Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335389
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Dritte 
Lection. 
Aufbewahrung 
der Farbenblasen. 
Farben, wie das Ultramarin, das Indisch Gelb und andere, die 
man selten braucht, werden auf diese Weise behandelt. Sollte 
man aber täglich und lange Zeit hinter einander malen, so wird 
es bequemer sein, sie in Blasen zu verwahren, besonders das 
Ultramarin. 
 Um die Blasen gut und so lange Zeit frisch zu erhalten, als 
möglich ist, besonders die, welche man doppelt und dreifach hat, 
so verwahre man sie nicht ohne Unterschied in dem gewöhnlichen 
Farbenkasten, oder an einem solchen Orte, wo sie leicht eintroknen 
könnten, sondern in einer kleinen , wohl verschlossenen hölzernen 
Büchse, und diese wiederum in einer anderen. Es ist nicht gut, 
wenn man Büchsen von Weissblech oder Blei dazu gebraucht, 
denn diese Metalle befördern das Trocknen der Farben. Diese 
doppelten Büchsen von Holz verwahre man an einem trockenen 
und "schattigen Orte, wo Weder Luft noch Licht hinzukommen 
kann. Hat man einen starken Vorrath von zubereiteten Blasen, 
die man nicht sogleich verbrauchen kann, so ist folgende Art, sie 
auf ein, selbst zwei oder drei Jahre aufzubewahren, die aller- 
sicherste. Man lege sie insgesammt in einen wohl glasirten Topf 
und überschütte sie dergestalt mit Nussöl, dass die Blasen we- 
nigstens zwei Zoll hoch damit bedeckt sind 1). Den Topf decke 
man zu und setze ihn in's Kühle, oder auch in den Keller, und 
jedenfalls in Schatten. Allein dieses Verfahren ist nur bei Blasen 
anwendbar, die noch nicht aufgestochen, auch nicht bei solchen, 
die schlecht zusammengebunden sind, weil alsdann das Oel leicht 
eindringen kann. Ich empfehle den Gebrauch des Nussöls, weil 
man mit ihm, wenn es sehr schön und hell ist, malen kann; sollte 
davon etwas in die Blasen dringen, so sind sie deshalb noch nicht 
fortzuwerfen. Allein mit Olivenöl, welches niemals trocknet, würde 
die Farbe schlechterdings verloren sein. 
Niemals setze man seine Farben unter Wasser, noch in den 
uKeller an einen feuchten Ort. Sie verderben sehr bald, die Blase 
wird zersetzt, platzt, und die Farbe ist verloren.  
1) Will maneuf diese Art die Blasen in Nussöl verwahren, so müssen 
sie vorher alle in eine grosse Blase eingeschlossen, und diese muss selbst voll- 
kommen gutzugebunden sein, damit das Oel im Topfe keinen Zutritt zu den 
Blasen selbst hat.
        

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