Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335369
Dritte Lection. 
der Farben in 
Aufbewahrung 
Blasen. 
Obertheil der Blase zusammen, wie den Ubertheil einer Börse oder 
eines Sacks, bindet ihn mit einem groben Faden fünf oder sechs 
Mal sehr fest zusammen, indem man der Farbe immer näher kommt, 
und macht zuletzt das Ganze mit zwei oder drei Knoten fest. 
Vom Zubinden oberwärts bleibt noch ziemlich viel Blase übrig, 
weil Alles wie ein oben zugebundener Sack an dieser Stelle zu- 
sammengefasst ist. Dieses muss man noch nicht abschneiden, 
sondern öffnen und entwickeln, indem man es bis an den Ort 
des Verbandes ein wenig auseinander zieht, wodurch eine trichter- 
förmige Gestalt entsteht. Die nun zu erkennende längste Seite 
der überflüssigen Blase lässt man in ihrer ganzen Länge und 
wenigstens einen Zoll oder funfzehn Linien breit, alles Uebrige wird 
einen halben Zoll über dem Verband mit der Scheere abgeschnitten, 
und mit dem zurückbehaltenen Ende der Blase wird der ganze 
abgeschnittene Theil eingehüllt und der erste Verband rings herum 
so verdeckt, wie man einen Knopf umwickelt. Diese zweite Hülle 
ist sehr nöthig, um die erste desto besser zu schützen, denn es 
geschieht oft genug, dass aus der Blase oberwarts die Farbe dringt, 
wenn man aus der Oeffnung derselben unten Farbe auf die Palette 
ausdrücken will. Dieser Uebelstand wird durch die letzte Ein- 
hüllung, die mit Zwirn mehrmals sehr fest umwickelt ist, ver- 
mieden, so dass die Farbe nur durch die Oeifnung, die man unten 
macht, dringen und keinen anderen Ausgang finden kann. 
Will man Farbe aus der Blase drücken, so muss dieses 
immer von oben her geschehen, da wo der Verband anfangt, und 
je nachdem weniger Farbe wird, geht man immer etwas tiefer 
herunter. Wenn man ohne Unterschied überall etwas ausdrückt, 
so drängt man entweder die Farbe nach oben gegen den Verband, 
der schon leer ist, worin dann die Farbe zusammentrocknet, oder 
man läuft Gefahr, die Blase zu zerplatzen. 
Die meisten Maler durchstechen ihre Blasen mit einem Nagel: 
eine Methode,- die ich_ nicht billige. Zwei Uebelstiinde entstehen 
daraus: man lässt den Nagel in dem Loche stecken, damit es 
sich nicht wieder verschliesst; dann kann das Eisen sich mit der 
Farbe verbinden und diese umändern, ja selbst wenn keine Ver- 
bindung eintritt, so giebt die blosse Berührung .zum Trocknen 
der Farbe Gelegenheit. Folgendes Verfahren ziehe ich vor.
        

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