Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335354
der Blasen. 
Zubereitung 
91 
Das Stück Blase muss gross genug sein, um ohne Schwierig- 
keit alle Farbe einzuhüllen. Ist z. B. der Farbensatz, rund zu- 
sammengehäuft, so wie er in der Blase sein wird, so gross als 
eine Nuss, so muss das Stück so gross sein, als der Durchmesser 
der Farbe fünfmal genommen, so dass, wenn sie in die Mitte 
kommt, auf den Seiten zwei Durchmesser bleiben, um die Blase 
binden zu können. 
 Wenn die Blase noch weich, jedoch ohne äussere Nasse ist, 
muss sie auf dem Tisch ausgebreitet werden. Mit dem grossen 
Spachtel nimmt man auf einmal den Farbensatz zusammen, und 
legt ihn in die Mitte der Blase, ohne ihn auszubreiten, und an 
einer Ecke oder mit einem kleinen Stab erschüttert man nur leicht 
die Rückseite des Spachtels, damit der ganze Farbenbündel auf 
einmal herabfalle. Alle Ueberbleibsel der Farbe auf dem Stein 
und auf dem Spachtel werden gesammelt und Alles wieder ge- 
schickt mit dem spitzen Winkel des Spachtels aufgehoben, und, 
indem man ihn etwas erschüttert, lasst man die Farbe gerade 
oben, auf den grösseren Haufen herabfallen. Ist noch etwas We- 
niges übrig geblieben, das des Aufhebens werth ist, so sammle 
man es von Neuem mit der äussersten Spitze, um es noch abzu- 
schütteln; ist es aber nicht schwer genug zum Herabfallen, so 
verwische man es auf der Blase selbst so nahe als möglich gegen 
die Mitte derselben. 
Zuerst legt man diese Farbenhülse in zwei gleiche Theile in 
Gestalt eines Buches zusammen, wobei die Enden der Blase, ohne 
die Farbe zu drücken, mit den Händen festgehalten werden, damit 
die Farbe weder rechts noch links austreten kann. 
Dann hält man die Blase gegen das Tageslicht, um die Farben- 
masse zu erkennen; die beiden Seiten werden allmälig mehr zu- 
sammengedriickt, aber nicht wo die Farbe selbst ist, sondern blos 
rings herum, um sie noch besser in einen Haufen zu vereinigen, 
besonders aber, damit keine eingeschlossene Luft zurückbleibt; 
zu dem Ende rückt man mit dem Daumen und Zeigefinger, ja 
selbst den Nägeln immer naher gegen die Mitte, so dass die 
beiden Seiten der Blase gleichsam wie auf einander geklebt sind; 
allein oben in der Mitte lasst man für den Ausgang der Luft eine 
kleine Oeifnung. Ist dieses geschehen, so faltet man den ganzen
        

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