Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335341
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Dritte 
Lection. 
Aufbewahrung 
der Farben in 
Blasen. 
sich, immer mehr in alle Theilchen der Farbe einsaugt1)2 Ange- 
nommen, der Farbensatz ist ganz gerieben und zur Aufbewahrung 
in der Blase fertig, so muss man Schweinsblase zur Hand haben, 
die weder zu hart noch zu dick ist, und die man ganz aufgebla- 
sen und trocken kauft, damit sie gut ausgedehnt bleibt, Man 
kann auch, um die ganz kleinen Blasen zu machen, Stücke 
vom grossen Darm gebrauchen, der viel geschmeidiger ist, aber 
auch leicht berstet. Von einer solchen Blase schneidet man ein 
fast rundes Stück ab, und in einer nebenstehenden Schüssel mit 
reinem Wasser wascht und erweicht man es, immer aufmerksam, 
dass man die innere Seite der Blase nicht verwechselt; denn diese 
ist es, worin die Farbe aufbewahrt werden muss, indem die Fet- 
tigkeit der äusseren Seite sie verderben würde. Man muss die 
Blase nicht vorher einweichen, sondern nur in dem Augenblick 
in"s Wasser tauchen, wo alle Farbe so weit fertig ist, um darin 
verwahrt zu werden, sonst würde das Stück Blase erst an- 
schwellen und dann wieder sich zusammenziehen. Man darf. es 
nur im Wasser ein wenig mit den Fingern reiben, um es zu 
waschen, besonders "auf der guten. inneren Seite. Dies dauert 
längstens eine Minute, alsdann nimmt man es heraus, drückt das 
Wasser mit der Hand kräftig aus, und bemerkt sich immer die 
innere Seite, welche die Farbe aufnehmen soll. Auf dem Tische 
ist sechs- oder achtfach zusammengelegte reine Leinwand in Be- 
reitschaft, auf welche man das Stück Blase zum Abtrocknen legt, 
so, dass die innere Seite auswärts kommt. Mit einem anderen 
kleinen Stückchen feiner Leinwand, woraus man einen Ballen 
macht, trocknet man die innere Seite wohl ab, jedoch so, dass 
man blos darauf tupft, ohne beim Abtrocknen hin und her zu 
wischen, weil dadurch die Blase verdorben und von der feinen 
Haut Theilchen losgerissen werden könnten. Man tupft also nur 
schwach und behutsam, und wenn der Ballen zu nass scheint, so 
wechseltman" mit der Leinwand, bis auf der Blase kein Wasser 
mehr ist und sie blos geschmeidig bleibt. 
1) Man gehe die vierte, und folgende Lection über das Schlemmen und 
Reiben der Farben, sowohl in Oel als Wasser, woselbst man auch alle Werk- 
zeuge und Einrichtungen zur Erleichterung der Arbeit wird beschrieben finden.
        

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