Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335314
Sparsamer Gebrauch desselben. 
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wollte, und alsdann muss man ganz reines gebleichtes Oel anwen- 
den, ohne den geringsten Zusatz von dem gewöhnlichen Mohnöl. 
Ob ich gleich oben angerathen habe, dass man niemals 
Trockenöl in die Farbe mischen soll, die eine Mischung von Weiss 
enthält, so giebt es doch einige Fälle, in welchen es erlaubt ist, 
aber nur, wenn 1nan nicht. zu befürchten hat, dass die Farbe 
sich dadurch verschlechtere, wie z. B; bei schwarzen, dunkel- 
blauen oder braunen Draperieen. Zu den Lichtern, besonders den 
zwei ersten, braucht man Weiss, dennoch kann man etwas Trockenöl 
dazu mischen, weil dieses Farben sind, bei welchen man nicht 
Gefahr lauft, dass sie zu trübe werden. Eben dieses kann man 
von dem Grün in der Landschaft oder von Draperieen in den 
Vordergründen sagen, sowie von gewissen Tönen der Felsen oder 
des Mauerwerks, in welchen eine bräunliche Färbung nichts ver- 
dirbt. Ich will bei diesem Gegenstande nicht weiter inls Detail 
gehen; wenn man etwas Praxis erlangt hat, so wird man leicht 
die Farben und die Falle kennen lernen, in welchen man entweder 
viel, oder sehr wenig Trockenöl hinzusetzen muss; nur davon 
kann man überzeugt sein, dass es besser ist, in den Fehler zu 
verfallen, zu wenig davon zu nehmen, als sich desselben über- 
massig zu bedienen.  
Man übersieht endlich in dem Verzeichniss der Farben mit 
einem Blick, zu welchen Farben Fi1'niss' erforderlich ist, wenn 
man sie ohne Weiss oder eine andere Farbe verbraucht, die zum 
Trocknen beiträgt. Man hat gesehen, dass die Schmalte eben- 
falls ein starkes Trockenmittel ist.
        

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