Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335298
Trockenöl , 
Verwendung. 
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Flamme eines Lichts in einem Kartenblatt schmelzen, und wenn 
das Ganze flüssig ist, so setzt man ein wenig Farbenpulver, z. B. 
Zinnober, hinzu. Dies Näpfchen hält sehr gut mit dem Wachs 
auf der Palette, und man kann es nach Belieben auf und davon 
thun, wenn man es selbst oder die Palette reinigen will. 
Bei der Zubereitung aller Farben, welche einen Zusatz von 
Trockenöl erfordern, muss man so wenig Mohnöl, als möglich 
hinzuthun, sonst werden sie zu flüssig und trocknen doch nur 
schwer. 
 Man darf das Trockenöl nicht zu viel gebrauchen, weil es 
sehr unangenehme Krusten auf dem Gemälde bildet, wenn man 
zu viel darauf bringt, oder zu viele Lagen eine über die an- 
dere. Ueberdies, wenn es zu dick ist, so kann es selbst nicht 
von Grund aus trocknen, Weil die Oberfläche, welche sehr schnell 
trocknet, das Ausdiinsten des darunter Befindlichen verhindert, 
und daher kommt es, dass diese Stellen lange Zeit weich und 
klebrig bleiben. Im Winter muss man ein wenig mehr von dem 
"Trockenöl zusetzen, als im Sommer, und besonders zu den 
schwarzen und Lackfarben, im Allgemeinen ist eine kleine Quan- 
tität zur Beförderung des Trocknens hinlänglich, ausgenommen 
bei dem Lasiren, das etwas mehr erfordert. Viel weniger muss 
man zur Untermalung nehmen. (Ueber Lasiren und Untermalen 
sehe man die neunzehnte Lection.) 
Der sechste, ja sogar der achte Theil Trockenöl, im Ver- 
haltniss zu der Farbe, welche man in dem Augenblick des Malens 
anwendet, ist im Allgemeinen hinreichend, um bald genug sowohl 
eine Untermalung, als auch Schattentöne und Drucker der Car- 
nation trocknen zu machen. Aus diesem Beispiel erkennt man," 
dass die Quantität, welche man davon mit der Spitze des Pinsels 
nehmen muss, wenn man die dunklen Töne des Fleisches malt, 
sehr unbetrachtlich sein darf, weil sie zu der kleinen Quantität 
Farbe im Verhältniss sein muss, die man von dem kleinen Haufen 
nimmt, um damit unten oder auf irgend einem leeren Fleck der 
Palette eine Mischung zu machen. 
Allein für die Lacke und reinen schwarzen Farben, sowie" 
für die Casseler und Kölnische Erde und noch weniger für den 
Asphalt, würde dieses hinlänglich sein.
        

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