Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335283
84 
Lection. 
Zweite 
Trockenöl. 
welche schlecht trocknen, nur so 
so weit man auf dem Gemälde 
viel Trockenßrniss mischen, in 
davon Gebrauch macht. Dies 
geschieht, indem man blos mit dem Pinsel etwas Firniss nimmt, 
um ihn in dem Augenblick mit dem gewählten Ton zu vermischen. 
Ehe man das Trockenöl zum Einmischen braucht, nehme man 
zuvor die Farbe und setze sie an das Ende oder gegen die Mitte 
der Palette, sonst würde man die Häufchen der Farben verderben, 
die dann nicht lange nass bleiben könnten. 
Es ist allgemeiner Gebrauch, etwas Trockenöl in einem ble- 
chernen Napfchen zu haben, das man am Rande der Palette mit 
einer Feder befestigt. Zum Malen kleiner Sachen liebe ich diesen 
Gebrauch nicht, weil in dem weissen Blech das Oel schnell aus- 
trocknet und sehr zähe wird. Ueberdies kann die Verunreinigung 
desselben nicht verhütet werden, indem man beständig einen 
Pinsel hineintaucht, der mehr oder weniger mit Farbe angefüllt ist. 
Dieses Napfchen ist sehr bequem für diejenigen, welche grosse 
Sachen malen; da es am Boden weiter und oben viel enger ist, 
so lauft man nicht Gefahr Oel zu verschütten, wenn man die 
Palette nachlässig hält, um so mehr, als dieses Napfchen zwei 
bis drei Zoll hoch ist. Wenn ich berufen wäre, sehr grosse Bilder 
zu malen, so möchte ich dieses Näpfchen von Glas haben, um 
klar durchzusehen, dies würde auch nicht hindern, von weissem 
Blech eine Einfassung darum zu machen, um es an den Rand 
der Palette zu befestigen. Allein für kleine Gemälde ziehe ich 
ein kleines Napfchen vor, das blos sieben bis acht Linien tief 
ist. Man muss sich dieses von Glas, Porzellan oder Elfenbein 
anschaffen, um es leichter zu reinigen, und das Trockenöl öfters 
zu wechseln, wenn man sieht, dass es anfangt dick zu werden. 
Dieses kleine Napfchen befestige ich über dem Loche, wodurch 
man den Daumen steckt, um die Palette zu halten. Auf dieser 
Stelle ist es gar nicht hinderlich, und doch bequem, um das Oel 
mit dem Pinsel zu fassen 1). Ich befestige es mit einem kleinen 
Kügelchen von weichem Wachs, welches nichts Anderes als gel- 
bes Wachs mit Baumöl erweicht ist. Man lasst beides über der 
1) Wegen des Näpfchens und allesliessen, 
man die siebente Kupfertafel. 
was die Paletteßbetriift, 
sehe
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.