Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335262
Zweüe 
Leetion. 
Vom 
Trockenöl (Huile grasse, fettes 
dessen Verüafuigung und 
Oel) oder 
Gebrauch. 
Leinölfirniss, 
Nur uneigentlich kann dieses Oel so zubereitet, wie wir es 
jetzt angeben werden, fettes Oel genannt werden; es ist im 
Gegentheil entfettet, und erhält dadurch die Fähigkeit selbst zu 
trocknen, und allen F arben, welche damit angemacht werden, 
diese Eigenschaft mitzutheilen. Trockenöl wird daher die rich- 
tigere Bezeichnung dieses Oeles sein. Ich vermuthe, dass die 
Benennung fettes Oel davon herrührt, dass es eigenthümlich zäh 
erscheint und weil es viel brauner und dicker ist, als das 
Mohnöl 1), dessen man sich sonst in der Oelmalerei bedient. 
Trockenöls. 
Recept zur Verfertigung des 
_„Man thue in einen ganz neuen und glasirten Topf ein Loth 
„Silberglätte, gebranntes Bleiweiss ein Loth, Umbra ein Loth, Talk 
"oder Marienglas ein Loth, im Ganzen auf ein Pfund Leinöl vier 
„L0th von diesen Ingredienzen. Dieses lässt man bei einem ge- 
„linden und gleichmässigen Feuer kochen, damit das Oel nicht 
„schwarz werde. Wenn es aufwallt, muss man es absehiiumen. 
"Fängt der Schaum an nachzulassen und wird er braun, so hat 
1) Mohnöl, franz. Huile (Poeillette, was jedoch nicht Nelkenöl bedeutet; die's 
oeillette ist durch Corruption aus olliette (olivette) entstanden, eine Bezeich- 
nung des Mohns in einigen Gegenden Frankreichs, wo der Mohn besonders 
cultivirt wird. E.
        

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