Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335188
74 
Lection. 
Erste 
und Zusatz. 
Rückblick 
der Anwendung das Uebel mindern oder mehren kann 1). Die 
eigene, sorgsam prüfende, praktische Erfahrung muss die wesent- 
lichste Stütze für den Gebrauch solcher zweifelhaften Farben ab- 
geben, wenn man nicht verzieht, dieselben nach den gegebenen 
Vorschriften ganz zu verwerfen oder in der angegebenen Wgige 
zu beschränken, und durch eine andere Verfahrungsweise sich 
daran zu gewöhnen, mit unbedenklichen Farben dieselben Resultate 
zu erreichen. 
Die 
Dauerhaftigkeit 
der 
Farben 
wird 
beeinträchtigt : 
2D 
Durch 
ungenügende Sorgsamkeit bei der Bereitung und 
Zubereitung der Farben. 
Zunächst ist also für gute Bezugsquellen der rohen Farben 
zu sorgen. Man muss sicher sein, dass ungehörigeß Mischungen, 
etwa von Chromgelb unter Neapelgelb oder lichten Ocker, von 
Zinnober unter rothe Farben, um die Schönheit des Tons auf 
Kosten der Solidität dieser Farben zu steigern, nicht vorkommen. 
Chemisch und technisch müssen die Farben so gut und rein her- 
gestellt werden, wie möglich, durch sorgfältiges Waschen und 
Schlemmen müssen die schädlichen Theile sonst guter Farben 
entfernt werden, wie z. B. die bituminösen Theile der Ocker, die 
übermässigen Salze und Säuren anderer, wie dies für das Neapel- 
gelb z. B. S. 10 in der Anmerkung angegeben ist. Beim Reiben 
müssen gute, nicht ranzige Fetttheile enthaltende Oele angewandt 
werden, die Farbe aber in gehöriger Dicke gerieben sein,  denn 
Weiss 
Kremser- oder Kremnitzer-Weiss   trocknetpschnell. 
Bleiweiss (mitunter auch Venetianisch 
Weiss genannt).        schnell    
Zinkweiss.          .sehr schwer  
 
1) Der Grund dieser Art von Veränderungen ist wahrscheinlich eine neue che- 
mische Verbindung dieser Farben, wodurch ihr Aussehen natürlicher Weise verändert 
wird. Dass es hierbei ein grosser Unterschied ist, 0b dieselben z. B. gemischt werden 
und sich in ihren kleinsten Theilen unendlich oft berühren oder nur übereinander 
gelegt werden, liegt auf der Hand.
        

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