Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335178
Rückblick 
und 
Zusatz 
zur 
ersten 
Lection. 
Bei der Wahl 
Unveränderlichkeit 
der Farben ist ihre Dauerhaftigkeit," d. h. ihre 
massgebend. Diese aber wird beeinträchtigt: 
an und für sich, 
Durch Veränderung der Farben 
und zwar 1) durch mehr oder weniger schnelles Ver- 
blassen und Verschwinden, dem alle aus Pflanzenstoffen 
gezogene Farben und die aus der Cochenille gemachten Carmin- 
lacke unterworfen" sind. Vollständig müssen davon ausgenommen 
werden: der Krapplack und das Indisch Gelb. Alle gelben, 
gelbgrünen, gelbbraunen, gelbröthlichen Stils de grain aber sind  
also zu verwerfen. 
Die Farben verändern sich 2) durch Nachdunkeln und 
Schwarzwerden, und dies thun alle Farben, welche Bitumen 
(Erdpech) enthalten, also: Asphalt, Mumie, Casseler Braun, Köl- 
nische Erde, Terra di Siena, gebrannt und ungebrannt, Umbraun, 
ebenfalls gebrannt und ungebrannt, dunkle grüne Erde und in 
etwas auch mitunter der nicht gut genug gereinigte Dunkel- und 
Goldocker. Ferner einige metallische Farben, wie Mineral- und 
Chrcmgelb. 
Beide Arten der Veränderung liegen in der Farbe selbst, 
wiederholen sich also immer, wo und wie sie auch gebraucht 
werden, da jedoch diese tiefen und durchsichtigen Farben, die 
nachdunkeln, ihrer Natur nach meistens "nur dünn (lasirend) und 
für dunkle Stellen gebraucht werden, So sind sie nicht ganz zu 
verwerfen, ausser der ungebrannten Terra di Siena und der grü- 
nen Erde, die eben doch an nicht ganz dunklen Stellen oder, 
was noch schlimmer ist, mit anderen Farben gemischt angewendet 
werden. 
Der Gebrauch einiger Farben ist ferner 3) durch die Ver- 
änderungen bei ihrer Verwendung mit anderen Farben 
bedenklich. Hierher gehören Mineralgelb, die Chrome, die grünen 
Zinnober, die Kupfer-, d. h. Grünspanfarben, Mineralgrün; die 
Erfahrungen verschiedener Künstler über einige dieser Farben 
weichen wohl nur deshalb von denen anderer ab, weil die Art
        

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