Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335158
Verwendung 
der 
angegebenen 
Farben. 
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nach Beschaffenheit des. Werks, an welchem man arbeiten will, 
genau zu beschreiben. In der Folge werde ich eine gründliche 
Methode angeben, wie die Töne der Palette zur Untermalung der 
Fleischfarbe und aller Gegenstände, die das Fleisch umgeben, 
gemischt werden, und werde diese Lection mit allen den schlech- 
terdings nöthigen Angaben ausstatten, um die Palette mit Erfolg 
zu gebrauchen, und damit gut zu untermalen. 
Hierauf werde ich die Zusammenstellung einer zweiten Palette 
angeben, viel vollständiger als die erste, die zur Vollendung der 
Carnation dienen soll etc., hierauf werden ausführliche Anweisun- 
gen folgen, wie man diese zweite Palette verständig gebrauchen 
soll. Indessen muss man nicht erwarten, dass Alles, was gesagt 
und vorausgesehen werden müsste, in einem Elementarwerk, von 
so wenig Umfang wie dieses, enthalten sein könne, ich müsste 
befürchten, langweilig und unverständlich zu werden, allein ich 
darf dennoch hoffen, dass einsichtsvolle und strebsame Menschen, 
die mir mit einiger Aufmerksamkeit nachfolgen, viele Zweifel hier 
gelöst finden, wodurch sie befähigt werden, die ersten Schritte 
in der Kunst der Oelmalerei allein machen zu können. Dies ist 
das Ziel, welches ich wesentlich erstrebe. Ich hoffe, dass man 
mir einige Langen und Wiederholungen verzeihen wird, ich wollte 
lieber in diesen Fehler fallen, als wegen zu grosser Kürze und 
Zurückhaltung nicht verstanden zu werden. 
Nichts ist für einen jungen Mann oder einen Kunstfreund, 
der die Leitung eines guten Lehrers entbehren muss, verwickelter, 
als wenn er nicht weiss, wie er die Töne seiner Palette einzu- 
richten hat. Einige Schriftsteller haben davon gesprochen, aber 
so leicht und oberflächlich (wenigstens die, welche ich gelesen 
habe), dass das Wenige, was sie davon im Vorbeigehen gesagt 
haben, nicht hinreichend ist, um Jemanden, der in dieser Hinsicht 
gar keine Vorkenntnisse hat, zu leiten. 
Die von mir angegebene Methode scheint mir so natürlich, 
dass ihre Befolgung keine besondere Mühe verursachen wird. Die 
Töne folgen in allmaliger Abstufung auf einander, so wie die 
Claves eines Pianoforte. Diese Palette ist übrigens für alle Be- 
dürfnisse ausreichend. Der Schüler kann sich in sehr kurzer Zeit 
damit bekannt und vertraut machen.
        

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