Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335141
70 
Erste 
Lectiol 
Grüner Lack. 
Grüner 
Lack 
(oder 
Scheele 
Man hat mehrere grüne Lackfarben, die ich alle verwerfe, 
diese vielleicht ausgenommen, die ein lebhaftes und sehr leichtes 
Grün hat. Vor ungefahr neun Jahren habe ich damit eine Lasur 
als Versuch auf einer grünen Draperie eines Gemäldes, das in 
meinem Besitz ist, gemacht (denn auf einem bestellten Bilde würde 
ich nicht gewagt haben, eine unbekannte Farbe anzuwenden), und 
bis jetzt hat sich die Farbe ohne die geringste Veränderung er- 
halten._ Sie ist von einer sehr lieblichen und lebhaften hellgriin- 
gelblichen Farbe.  
Noch kann ich nicht entschieden über diese Farbe urtheilen, 
es ist noch nicht lange genug her, dass ich sie versucht habe; 
allein sie mag zum Lasiren einiger Stoffe und grüner Baume, 
denen man eine frischere Farbe geben will, nützlich sein, auch 
kann sie den Blumenmalern dienen, um das schöne Grün der 
Blätter in ihren Bouquets damit zu lasiren, und besonders die- 
jenigen, durch welche das Tageslicht scheint und die nun trans- 
parent leuchten. Allein man muss sie sehr massig gebrauchen, 
denn dem Glanze dieser Farbe, als Lasur, ist nicht zu trauen. 
Man darf sie nur in Parthieen von sehr kleiner Oberfläche an- 
bringen, wenigstens muss die darunter befindliche Malerei schon 
harmonisch gebrochen sein, damit dieser zu brillante Lack nur in 
einigen kleinen Stellen hervorglanzen kann, die, um diesen Effect 
hervorzubringen, absichtlich berechnet und vorbereitet sein müssen. 
Man kann sie nur mit Trockenöl lasiren, und dies würde nicht 
so unbequem sein, als die Lasur mit dem Grünspan, dessen im 
vorigen Artikel Erwähnung geschehen 1). 
Neue Beobachtungen in Bezug auf den Gebrauch der bis jetzt 
angegebenen Farben. 
Ich habe nichts verabsäumt, die besten Farben, ihre Dauer, 
auf welche man rechnen kann, den Gebrauch, den man davon 
machen muss, und zwar nach ihren besonderen Eigenschaften, und 
1] Seitdem ich dies geschrieben, habe ich den Zustand eben dieses grünen 
Lackes auf demselben Bilde von Neuem untersucht; er ist nachgedunkelt; besser 
deshalb, man braucht ihn nicht. Der Grünspan ist ihm vorzuziehen. S. Nr. 37.
        

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