Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Oelmalerei für Künstler und Kunstfreunde
Person:
Bouvier, Pierre Louis Ehrhardt, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333609
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1335116
Vorbereitung 
Z 111D 
des 
Gebrauch 
Grünspan. 
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werden, wenn er mit Grünspan lasirt wird, der einen ausserordent- 
lich bläulichen und kalten Ton hat. Ich schärfe zum zweitenmal 
ein, dass man seine Draperie, Feder oder jeden anderen Gegen- 
stand vollständig fertig mache, ehe man an die Lasur denkt. 
Die Wirkung indess muss man nach dem Aussehen berechnen, 
welches es erhält, wenn es schön grün statt des jetzigen Zeisig- 
grün aussehen wird. Man muss sich bemühen, auf das Sorgfal- 
tigste zu vollenden, und den erwünschten Eifect berücksichtigen; 
denn wenn die Lasur einmal darüber gezogen ist, so lässt sich 
entschieden nichts mehr ändern. Allein man mische schlechter- 
idings kein Weiss unter das Gelbgrün, sonst ist Alles verdorben. 
Wenn alles dieses wohl beachtet ist, so, lasse man die Arbeit 
vollständig trocknen, alsdann lasire man über den ganzen Gegen- 
stand mit einer Lage von Indisch Gelb nnt Trockenöl angemacht. 
Diese Lasur muss gleichförmig überall ausgebreitet sein, und zwar 
sehr dünn, wenn das Grün hell und brillant ausfallen soll, starker, 
wenn das Grün mehr oder weniger tief werden soll. Auch diese 
Lasur lasse man noch gut trocken werden, so dass gar keine 
Klebrigkeit mehr zu spüren ist. Nach diesen Vorrichtungen, 
welche acht oder zwölf Tage im Sommer und viel mehr im Win- 
ter erfordern, setze man sich in Stand, um die Grünspan-Lasur 
darauf zu setzen, welches auf folgende Art geschieht: 
Man reibe geschwind etwas Grünspan zu feinem Pulver auf 
dem Steine, oder einer matt geschliffenen sehr reinen Glastafel 
mit dem kleinen Läufer Nr. 4. Es zerreibt und pulverisirt sich 
sehr leicht. 
Man halte einen dicken Pinsel l) in Bereitschaft, ohne dass 
er mit Oel getränkt ist, Niemand darf uns aber auch nur eine 
Secunde abhalten, denn diese Operation erfordert die allergrösste 
Geschwindigkeit, ohne welche man nicht Zeit genug hat, den 
Grünspan gleichförmig auszubreiten. 
Man nehme Copaiva-Balsamß) und schönen weissen aus 
 
1) Ein weicher Borstenpinsel, dessen Haarspitzen noch im besten Zu- 
stande sind, ist dem Pinsel im Federkiel vorzuziehen. Seine Dicke wählt man 
nach dem Umfang der Lasur, die man zu machen hat, überhaupt aber darf 
man ihn nicht zu klein wählen. 
 2) Man kauft den Copaiva-Balsam in allen Apotheken oder bei guten
        

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