Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333529
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Form und Farbe sind für den Coloristen unzer- 
trennliche Dinge. Mit der Form zugleich concipirt er 
die Farbe; er bildet die Linie, den Rhythmus seines 
Werkes nicht einseitig aus der äusseren Form der 
Gegenstände, sondern gleichzeitig aus dem Gang, aus 
der Richtung, Welchen die Localfarben der Gegenstände 
nehmen. 
Die 
Linie 
der 
Farbe 
ist 
eine 
andere, 
als 
die 
Form. 
Localfarbe 
Linie der 
Unter 
verstehen 
wir 
diejenigen 
Farben, 
welche den einzelnen Gegenständen von Natur aus an- 
haften, und zwar schliessen wir darin ein ihren Grad 
von Lichtstärke und Intensität, abgesehen von aller 
Beleuchtung. WVir fassen diese beiden Rücksichten zu- 
sammen im Wort Hllocalton".  
Beispielsweise hat schwarzer Samniet einen dunkleren 
Localton, als jeder andere schwarze Stoff. Die Farbe 
des Gesichtes ist dunkler als weisse Wäsche. Tannen 
sind dunkler als Birken oder Weiden. Haidekraut ist 
dunkler als. Gras. Gold ist dunkler als Silber. Trockner 
Sand ist heller als das auf ihm wachsende Gras. Schiefer 
ist dunkler als Kalkstein etc. 
Die sorgsame Beobachtung dieser Unterschiede ge- 
hört zu_ den wesentlichen Eigenschaften der Coloristen. 
Sie giebt Farbenreichthum und Frische und führt in die 
reale Wirklichkeit. Die Localtöne sind die stärksten 
Gegner einer conventionellen Fzirbengebung, welche
        

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